Sind gebietsfremde Arten eigentlich immer schlecht für die Natur?

18Mär20:00Sind gebietsfremde Arten eigentlich immer schlecht für die Natur?

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Vortrag von Prof. Dr. Sven Bacher, Departement für Biologie, Universität Freiburg.

Biologische Invasionen sind neben Landnutzungsänderungen, Umweltverschmutzung, Klimawandel und Übernutzung eine Bedrohung der Biodiversität. Die Einführung gebietsfremder Arten nimmt in der Schweiz und global stark zu, hauptsächlich getrieben von einem global steigenden Handel von Gütern und der grösseren Mobilität von Menschen. Aber nicht alle gebietsfremden Arten sind nachweislich problematisch und einige können in bestimmten Fällen auch positive Auswirkungen auf die Umwelt haben. Gebietsfremde Arten können zum Beispiel ökologische Nischen füllen, die von einheimischen Arten freigelassen wurden oder Nahrung und Lebensraum für einheimische Arten bieten.

Leider beruht das Wissen um die Auswirkungen, die die Einführung gebietsfremder Arten auf die Natur und einheimische Arten hat, hauptsächlich auf Anekdoten. Erst in der letzten Zeit sind Methoden zur systematischen Beurteilung negativer und positiver Auswirkungen entwickelt worden. Trotzdem ist es noch unklar, wie die positiven Auswirkungen gebietsfremder Arten in den Naturschutz miteinbezogen werden sollen.

Sven Bacher ist Titularprofessor an der Universität Fribourg. Sein Hauptforschungsgebiet sind biologische Invasionen, wobei sein Interesse hier globalen Zusammenhängen gilt. Er berät die Weltnaturschutz-Organisation IUCN, die Europäische Kommission und das Bundesamt für Umwelt (BAFU) in Fragen gebietsfremder Arten und ist einer der Hauptautoren des 2023 vom Welt-Biodiversitätsrat IPBES herausgegebenen Berichts zu invasiven Arten.

Kostenlos

Zeit

(Montag) 20:00

Ort

Naturmuseum

Klosterplatz 2, 4500 Solothurn

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