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Quiz: Neozoen

Neobiota sind gebietsfremde Arten, die durch menschliche Aktivitäten ausserhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebiets auftauchen. Handelt es sich um Tierarten nennt man sie Neozoen. Manche bleiben harmlos, andere — die sogenannten invasiven Arten — verursachen wirtschaftlichen, ökologischen oder sozialen Schaden. 

Bis 2021 wurden in der Schweiz 1’305 etablierte gebietsfremde Arten erfasst; rund 197 davon (≈ 15 %) gelten als invasiv und verursachen nachweislich Schäden für Mensch und Umwelt1. Unter ihnen befinden sich 85 Tierarten, inklusive Vögel1. Ihre Eindämmung ist häufig aufwändig und gelingt am besten durch frühzeitige Meldungen und gezielte Massnahmen. Gehören Sie zu den Expertinnen und Experten für Neozoen? Testen Sie Ihr Wissen in unserem kurzen Neozoen-Quiz.

Quiz – Neozoen

Wir beginnen zu Lande mit den Wanzen. Für viele sehen sie auf den ersten Blick alle gleich aus.
1. Wissen Sie, welche dieser Baumwanze eigentlich nicht in der Schweiz heimisch ist?
Nun kommen wir zum Japankäfer (Popillia japonica). Sein Name verrät es bereits: Er stammt aus Japan und gehört nicht in die Schweiz. Er zählt zu den Quarantäneorganismen. Das sind Organismen, die besonders gefährliche Pflanzenkrankheiten oder -schädlinge mit potenziell grosser wirtschaftlicher, sozialer oder ökologischer Bedeutung darstellen und in der Schweiz entweder nicht oder nur in einzelnen Gebieten vorkommen. Ihre Bekämpfung hat höchste Priorität und für sie gilt eine Melde- und Bekämpfungspflicht.
2. Die Käfer fressen meist die Blätter, indem sie das Blattgewebe zwischen den Blattadern wegfressen, was zu einem sogenannten «Fensterfrass» führt. Wissen Sie wie viel verschiedene Nutz- und Zierpflanzen der Japankäfer überhaupt frisst?
Bleiben wir gerade bei den Käfern. Wer kennt sie nicht die Marienkäfer. Sie werden als Geschenk des Himmels angesehen, gesandt von Maria, um die Ernte zu schützen und sind ein Symbol für Glück, sofern sie auf einem landet. Und die Anzahl Punkte sollen dabei zeigen wie viel glückliche Monate einem bevorstehen – ob das stimmt? Auf jeden Fall geben die Punkte nicht das Alter des Käfers an, obwohl auch ich das so als Kind verinnerlicht habe. Die Zahl der Punkte ist charakteristisch für jede Art und bleibt unverändert während ihres Lebens. Nebst den einheimischen Marienkäfer kommt mittlerweile auch der Asiatische Marienkäfer (Harmonia axyridis) bei uns vor.
3. Wissen Sie wie viele Punkte der Asiatische Marienkäfer auf seinen Deckflügeln meistens aufweist?
Das nächste Insekt auf unserer Reise: Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina). Die Asiatische Hornisse richtet sich in der Schweiz zunehmend ein und bereitet Fachleuten wie auch Hobbygärtner*innen grosse Sorgen. Besonders betroffen sind unsere Honigbienen, denn die invasive Art jagt gezielt Bienen und andere Insekten als Proteinquelle für die Brutaufzucht.
4. Wie jagt die Asiatische Hornisse Honigbienen?
In unserer heimischen Ulmen können stille Eindringlinge vorkommen und bei genauerem Hinsehen erkennt man sie im jungen Blattgrün: die Zickzack-Ulmenblattwespe (Aproceros leucopoda) bzw. deren Larve. Seit ihrem Erstnachweis 2017 in der Schweiz breitet sich diese aus Ostasien stammende Blattwespe weiter aus.
5. Was ist das auffälligste Merkmal der Zickzack-Ulmenblattwespe?
6. Sehr interessant ist auch ihre Fortpflanzung. Wie pflanzt sich denn die Zickzack-Ulmenblattwespe hauptsächlich fort?
Gehen wir nun vom Land ins Wasser — auch in unseren Seen und Flüssen treiben invasive Arten ihr Unwesen. Besonders problematisch sind dabei verschiedene gebietsfremde Muscheln, die sich in Schweizer Gewässern etabliert haben und erheblichen Einfluss auf Ökosysteme, Infrastruktur und Biodiversität nehmen. In der Schweiz treten drei invasive Muschelarten auf: die Quaggamuschel (Dreissena rostriformis bugensis), die Grobgerippte Körbchenmuschel (Corbicula fluminea) und die Zebra- bzw. Wandermuschel (Dreissena polymorpha).
Die Quaggamuschel breitet sich in der Schweiz rasant aus und bereitet Wasserwerken, Schiffen und Ökosystemen grosse Probleme. Sie hat sich im Bodensee, Rhein, Vierwaldstättersee, Zugersee und Zürichsee und in den grossen Westschweizer Seen etabliert. Damit sich die Arten nicht weiter ausbreiten, ist es entscheidend, die Empfehlungen zur Verhinderung einer Verschleppung zu beachten. Vermutlich gelangten alle drei Muschelarten unbeabsichtigt über den Schiffsverkehr zu uns. Deshalb sollten Boote und andere Wassersportgeräte vor jedem Wechsel des Gewässers sorgfältig überprüft, gründlich gereinigt (mit Hochdruckreiniger) und vollständig getrocknet werden.
7. Woran erkennen Sie die Quaggamuschel am zuverlässigsten?
Auch unter Wasserschildkröten tummeln sich invasive Arten. Und eine davon hat sich in unseren Teichen und Weihern etabliert. Die Rotwangen-Schmuckschildkröte stammt ursprünglich aus Nordamerika. In den 70er- und 80er Jahren war sie ein beliebtes Haustier bzw. Kinderspielzeug. Heute gilt sie in der Schweiz als verboten und sehr problematisch für die Natur, weil ausgesetzte Tiere heimische Amphibien, Insektenlarven und seltene Wasserbewohner gefährden.
8. Was ist ein typisches Merkmal, an dem man eine Rotwangen-Schmuckschildkröte erkennen kann?
Zum Schluss kommen wir zur Meisterin der Akupunktur – oder besser der Blutentnahme? In vielen Schweizer Gärten und Hinterhöfen reicht oft schon wenige Millimeter stehendes Wasser, und der exotische Gast lässt nicht lange auf sich warten: die Asiatische Tigermücke. Ursprünglich in Südostasien beheimatet, hat sie sich über den globalen Verkehr in Europa verbreitet und tritt vermehrt auch in der Schweiz auf. Sie ist nicht nur lästig, sondern stellt potenziell auch ein Risiko für Mensch und Umwelt dar.
9. Wann ist die Asiatische Tigermücke besonders aktiv und stechfreudig?
In der Schweiz sind aktuell drei invasive Stechmückenarten heimisch geworden, die der Natur und uns Menschen zu schaffen machen: die bereits genannte Tigermücke, die Asiatische Buschmücke (Aedes japonicus) und die Koreanische Buschmücke (Aedes koreicus). Jede von ihnen kommt ursprünglich aus Asien und hat sich durch globalen Handel und Klimaeinfluss verbreitet.

10. Kennen Sie die Mücken (und ihre Unterschiede) genau genug, um sie richtig zuordnen zu können?

Was wir jetzt schon sagen können ist, dass all diese Mücken schwarz–weiss gestreifte Hinterbeine haben.

© Schweizerisches Mückennetzwerk
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Mehr Informationen und Meldestelle

Wenn Sie mehr über invasive Stechmücken in der Schweiz erfahren möchten oder einen möglichen Fund melden wollen, finden Sie auf der offiziellen Plattform des Schweizerischen Mückennetzwerkes detaillierte Informationen. Dort können Sie Beobachtungen einfach und schnell erfassen, inklusive Foto-Upload und Standortangabe.

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Weiterführende Links und Informaitonen:

Alles rund um das Thema Neobiota mit Arteninformationen, Fachstellen und rechtliche Grundlagen gibt es beim Schweizer Informationszentrum zur Arten.

PDF-Dokumente vom BAFU:
Strategie der Schweiz zu invasiven gebietsfremden Arten
1Gebietsfremde Arten in der Schweiz

Agroscope: Thema Neobiota

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