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Wie man den Igel bettet, so liegt er

  • Judith Schärer

Zahlreiche Tiere sind bereits dabei, Wintervorkehrungen zu treffen, wie zum Beispiel der Igel. Wir sagen Ihnen, wie sie den stacheligen Gesellen dabei unterstützen können und ihm einen angenehmen Winterschlaf bescheren.

Im Herbst suchen sich Igel einen geschützten Platz, welchen sie mit Gräsern, Blättern und Ästchen zum kugelförmigen Nest ausbauen. Dort rollen sie sich zum Schlaf zusammen und überwintern so. Ab und zu wachen sie auf, leeren Darm und Blase und schlafen weiter. Igel bauen ihre Winterquartiere mittlerweile vermehrt auch in Siedlungsgebieten, da sie hier gute Lebensbedingungen vorfinden. Das bedeutet, dass man bei der bevorstehenden Garten-Einwinterung einiges für Igel tun kann und ihnen so einen angenehmen Winterschlaf ermöglicht.

Chemische Mittel vermeiden

Wer Igel mag, verzichtet auf den Gebrauch von Schneckenkörnern und anderen Bioziden im eigenen Garten. So laufen die Igel, welche dort ihren Winterspeck anfressen nicht gefahr, vergiftet zu werden.

Auf Motorsense und Fadenmäher verzichten

Im Herbst werden die Rasen im Garten gemäht und auf den Winter vorbereitet. Dabei sind Geräte wie Motorsense und Fadenmäher besonders gefährlich für Igel. Deshalb sollte man auf die technischen Hilfsmittel verzichten oder vorher zumindest das zu bearbeitende Gebiet gründlich absuchen.

Mut zur Wildnis

Helfen Sie den nützlichen Stachelzwergen mit Wildwuchs, Dickicht und hochstehendem Gras. Tauschen Sie ein langweiliges Stück Rasen gegen lebendige Vielfalt, was auch dem Igel zugute kommt. Durch verwilderte und vielfältige Strukturen werden Insekten und andere Beutetiere des Igels gefördert. Zudem bieten sie attraktive Unterschlupfmöglichkeiten für ihn. Belassen Sie also Laub, verwelkte Stauden und verdorrtes Gras ruhig, wo sie sind.

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Strukturen zur Überwinterung anbieten

Mit den Ästen, welche beim Schneiden von Bäumen und Sträuchern anfallen, kann man einen Asthaufen errichten. Dasselbe kann mit dem zusammengerechten Laub gemacht werden. Ein Laub- oder Asthaufen dient dem Igel als Unterschlupfmöglichkeit und später im Frühling und Sommer auch als Nahrungsquelle, da das vermodernde Holz Insekten und Würmer nährt. Eine detaillierte Anleitung zur Errichtung eines solchen Haufens finden Sie hier. Der Laubhaufen kann auch mit einer Plane regen- und schneedicht gemacht oder mit Ästen beschwert werden. Der Laubhaufen sollte etwa 1,5 Meter Durchmesser haben. Je breiter er ist, desto grösser die Wärmeisolierung. Alte Bretter oder Platten können an die Regenschattenseite eines Schopfes oder Hauses angestellt und mit etwas Stroh oder Laub ausgekleidet werden, so entsteht ein attraktiver Überwinterungsort für die stacheligen Vierbeiner. Igel lieben auch Brombeergestrüpp als Unterschlupf oder Hohlräume aller Art: unter Holzstapeln, Schuppen, Treppen, Steinhaufen oder alten Baumwurzeln.

Den Tisch reich decken

Ein wahres Schlaraffenland für Insektenfresser ist ein schöner Komposthaufen. Er sollte aber so gestaltet sein, dass Igel Zutritt zu den Leckerbissen haben: Also besser ein Kompostwalm oder ein Bretterverschlag mit Durchschlupf als ein engmaschiges Drahtsilo.

Hilfsbedürftige Tiere unterstützen

Normalerweise trifft man Igel nur nachts an. Wenn man im Herbst oder Winter tagsüber einem dieser nachtaktiven Tiere begegnet, sollte man es etwas aufmerksamer begutachten. Ist der Igel wach und kugelt sich ein, wenn man ihn berührt, kann man ihn wägen. Wiegt er mindestens 500 Gramm und ist nicht krank oder verletzt, wird er bis zum Frühling allein durchhalten. Sonst müsste er gepflegt und gefüttert werden. Falls sein Nest zerstört ist, kann ihm mit einer Kiste voller Stroh und einem Eingangsloch geholfen werden. Man sollte sich unbedingt gut über die zu unternehmenden Schritte informieren, zum Beispiel auf www.igelzentrum.ch. Dort finden Sie auch weitere hilfreiche Informationen und eine Auflistung mit den wichtigsten Stellen, wo Sie sich mit Ihren Fragen melden können.