Weihnachtsbaum mit Geschenken
Besonders nachhaltig ist das Mieten von Weihnachtsbäumen. © pexels, via Pixabay.

Weihnachtsbäume ja, aber bitte die nachhaltige Variante!

  • Stefanie Wermelinger

Es gehört zu dem traditionellen Weihnachtsfest einfach dazu: Ein Weihnachtsbaum in der Stube, der einen waldigen Duft verbreitet und unter dem die Geschenke liegen. Doch ökologisch ist diese Tradition nicht gerade. Deshalb sollte man darauf achten, eine möglichst nachhaltige Tanne zu kaufen. Neu im Trend liegt auch das Mieten von Christbäumen.

Über eine Million Christbäume schmücken jährlich die Schweizer Haushalte und mehr als die Hälfte davon stammen aus dem Ausland. Oft wurden sie dort mit Pestiziden behandelt und der CO2-Fussabdruck einer ausländischen Tanne ist gross. Ganz im Gegensatz zu einheimischen, regionalen Bäumen, die eine gute Alternative darstellen. Und der neuste Trend ist sogar noch umweltfreundlicher: Das Mieten von Weihnachtsbäume.

Chemikalien im Wohnzimmer

Das erste worauf man schauen sollte, ist dass man einen einheimischen Baum kauft. Viele Bäume werden nämlich von Monokulturen aus Dänemark, Deutschland oder Holland in die Schweiz transportiert. Beim Transport und bei der Lagerung der Bäume in Kühlhäusern wird viel CO2 freigesetzt. Zudem werden die ausländischen Weihnachtsbäume häufig mit Pestiziden und anderen chemischen Mitteln behandelt, die das Beste aus dem Baum heraus holen sollen. Beispielsweise soll der Baum möglichst gerade wachsen und möglichst grün sein. Ein Einsatz von Chemikalien ist aber nicht nur für die Umwelt schädlich, sondern es ist auch möglich, dass diese Gifte dem Baum anhaften und so bis in unsere Wohnzimmer gelangen.

Pro Regio

Alternativen zu ausländischen Weihnachtsbäumen sind die heimischen, regionalen Tannen. Für die regionale Variante spricht nicht nur der kürzere Transportweg, sondern auch der geringere Einsatz von Chemikalien. Kauft man die Tanne zudem im Direktverkauf, dann werden diese in der Regel direkt vor Ort geschnitten und bleiben so länger frisch. Will man ganz sicher gehen, dass sein Baum Pestizid-frei gewachsen ist, dann kauft man am besten eine Bio-Tanne. Das FSC-Label oder die Bio-Knospe zeigt beispielsweise an, dass die Bäume nachhaltig angebaut wurden. Sind die Bäume mit «IG Suisse Christbau» oder mit dem «Herkunftszeichen Schweizer Holz» angeschrieben, dann stammen die Bäume aus der Schweiz. Eine sehr gute Idee ist es auch, eine Tanne von einer Durchforstung zu hohlen. Diese Bäume werden infolge von  Pflegemassnahmen des Waldes nämlich sowieso geholzt.

Hier finden Sie eine von WaldSchweiz zusammengestellte Liste von Forstbetrieben und privaten, regionalen Anbietern.

Nordmanntanne oder doch Fichte

Auch die Wahl der Weihnachtsbaum Art ist immer schwierig. Der Klassiker ist die Nordmanntanne, die gleichmässig wächst und schöne dunkelgrüne Nadeln trägt. Beliebt ist die Nordmanntanne auch weil sie lange haltbar ist, das heisst auch einige Tage bis Wochen nach Weihnachten behält die Tanne noch alle ihre Nadeln. Allerdings ist sie auch etwas teurer als andere Bäume, dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass der Baum langsam wächst. Im Gegenzug dazu steht zum Beispiel die Rottannen, welche zu den billigsten Weihnachtsbäumen gehören. Sie wachsen eher buschig und die Äste sind etwas dünner. Zudem sind die Nadeln sehr spitzig, was beim Dekorieren des Baumes vielleicht nicht so ideal ist. Sie vertragen unser warmes Wohnzimmer nicht so gut und verlieren schon nach wenigen Tagen ihre Nadeln. Dafür verbreitet sie aber einen feinen Wald Duft. Naturschutz.ch hat in einem spannenden Blog über die Unterschiede zwischen den beiden Arten berichtet und interessante Details über die Rottanne aufgedeckt.

Es gibt natürlich auch noch einige andere Arten. Zum Beispiel die Blaufichte, deren Nadeln einen bläulichen Schimmer haben. Oder die Edeltanne, die bis weit in den Januar hinein haltbar ist. Auch Kiefern sind teilweise zu finden. Der meistverkaufte Weihnachtsbaum in der Schweiz bleibt aber die Nordmanntanne.

Plastik, damit kein Baum sterben muss?

Wer sich trotzt der aktuellen Plastik-Thematik noch nicht sicher ist, ob ein Plastik-Weihnachtsbaum nicht doch nachhaltiger wäre: Nein ist er nicht. Denn das Problem ist nicht nur, dass sie aus Plastik bestehen, sondern auch dass die meisten aus Asien stammen und weite Transportwege hinter sich haben. Laut WWF Schweiz müsste man einen Plastik-Weihnachtsbaum theoretisch 17 Jahre lang benutzten, um seine CO2 Bilanz zu neutralisieren.

Mieten oder Selber aufziehen

Ein Trend, der auch immer mehr aufkommt ist das Mieten eines Weihnachtsbaumes. Inzwischen gibt es verschiedene Anbieter in der Schweiz. Zwar zahlt man für einen gemieteten Weihnachtsbaum im Topf ein wenig mehr, aber er bietet zahlreiche Vorteile. Der grösste davon: ökologisch und nachhaltig betrachtet, steht diese Variante ganz oben auf der Liste! Zudem nadelt der Baum nicht, man hat keinen Aufwand beim Entsorgen und meistens wird ein Liefer- und Abholservice angeboten. Andererseits muss man zu dem Baum auch Sorge tragen und ihn beispielsweise regelmässig wässern.

Auch wenn Mieten nach einer sehr guten Option klingt, eine bessere Variante gibt es doch noch, wenn man nicht auf die Tanne in seiner Wohnstube verzichten will: Seinen eigenen Weihnachtsbaum grossziehen. Klar, dazu braucht man Platz und die Möglichkeit den Baum während der meisten Zeit des Jahres draussen stehen zu lassen. Aber ökologisch und finanziell gesehen lohnt sich das! Nur von Zeit zu Zeit muss man wohl in einen grösseren Topf investieren. Dafür hat man Jahr für Jahr seinen eigenen Weihnachtsbaum.

Hier finden Sie einige Anlaufstellen, wo Bäume gemietet werden können. Am Besten achtet man darauf, einen Anbieter in der Nähe zu nehmen, damit der Transportweg möglichst kurz bleibt!

Wald Schweiz hat die Ökobilanz der Weihnachtsbäume berechnet:

Eine Hektare Christbäume bindet in den zehn Jahren bis zu ihrer Ernte ca. 145 Tonnen Kohledioxyd, 300 Tonnen Staubpartikel und produziert um die 100 Tonnen Sauerstoff. Wird der Baum kompostiert oder in einer Kehrichtverbrennungsanlage verheizt, wird vor Ort Energie daraus gewonnen. Zu berücksichtigen wären als Belastung die Transportwege und maschinelle Pflegearbeiten. Bäume aus Plastik oder von weit her aus dem Ausland angekarrt können da kaum mit den Schweizern mithalten.

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