Immer mehr Alpweiden werden von Schutzhunden bewacht. | © Nedih Limani [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons
Immer mehr Alpweiden werden von Schutzhunden bewacht. | © Nedih Limani [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

Gefahrlos über Alpweiden wandern

  • Amanda Buol

Das Wetter ist wieder wärmer und Schnee hat es nur noch in schattigen, höher gelegenen Tälchen. Kurz: Es ist wieder Wanderzeit! Auch das Vieh ist bereits auf der Alp. Um den Tieren sicher begegnen zu können, müssen einige Regeln beachtet werden.

Die Wandersaison hat begonnen und auf zahlreichen Wanderwegen trifft man auf eifrige Berggänger. Auch Nutztiere haben die Alpen wieder bestossen und fressen sich an den Bergkräutern satt. Dabei kann es vorkommen, dass sich der Weg der Wanderer mit dem der Tiere kreuzt. Beim Zusammentreffen kann es auch zu gefährlichen oder unangenehmen Situationen kommen. Wer dies vermeiden möchte, sollte Folgendes beachten:

Wie reagiere ich bei Mutterkühen?

Bei Mutterkühen ist Vorsicht geboten. | © LID, [CC-BY-SA-2.0], via Flickr
Bei Mutterkühen ist Vorsicht geboten, da sie möglicherweise versuchen, ihr Kalb bei Gefahr zu verteidigen. | © LID, [CC-BY-SA-2.0], via flickr

Jährlich hört man von Zwischenfällen, bei denen ein Berggänger von einer Kuh angegriffen wurde. Dies geschieht jedoch nur, wenn jegliche Fluchtwege abgeschnitten sind oder Mutterkühe ihre Jungtiere in Bedrohung sehen. Denn Kühe haben einen starken Mutterinstinkt: Sie schrecken nicht zurück, ihr Kalb bei Gefahr zu verteidigen. Dabei muss man nach Angaben von VIER PFOTEN nur wenige Regeln beachten, um einen solchen Zwischenfall vermeiden zu können.

© Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft (BUL) / AGRIDEA
© Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft (BUL) / AGRIDEA
  • Oft warnt ein Schild vor Mutterkühen auf der Weide. In diesem Fall sollten Sie die Weide, wenn möglich, umgehen.
  • Ist ein Durchqueren der Weide unumgänglich, verhalten Sie sich ruhig und halten sie grösstmöglichen Abstand zu allen Tieren auf der Weide:
    • Vermeiden Sie insbesondere Kontakt zum Kälbchen sowie lärmendes Verhalten und ruckartige Bewegungen.
    • Achten Sie auf die Körperhaltung der Kühe: Ein gesenkter Kopf ist vergleichbar mit einer Drohgebärde, in welchem Fall Sie sich möglichst von der Weide zurückziehen sollten.
  • Hunde unbedingt an die Leine nehmen und nur im Notfall loslassen. Für Kühe sind Hunde natürliche Feinde und somit eine mögliche Bedrohung

Keine Angst vor Herdenschutzhunden

Auch Schaf- und Ziegenherden verbringen die Sommerzeit im Alpgebiet – mancherorts unter den wachenden Augen eines Herdenschutzhundes, der die Nutztiere vor Grossraubtieren wie Wölfen oder Luchsen schützt. Die Arbeitshunde mögen für manche aufgrund ihrer stattlichen Grösse bedrohlich wirken. Unangenehme Situationen können mit einigen Verhaltensregeln, die das Bundesamt für Umwelt (BAFU) zusammengestellt hat, aber umgangen werden.

© Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft (BUL) / AGRIDEA
© Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft (BUL) / AGRIDEA
  • Vielerorts machen Schilder auf Weiden aufmerksam, die von Herdenschutzhunden geschützt sind. Auch hier gilt in erster Linie die Herde, wenn möglich, zu umwandern.
  • Führt aber kein Weg an der Weide vorbei, beachten Sie, dass Schutzhunde weder gestreichelt, gefüttert, noch zum Spielen gelockt werden dürfen. Wenn der Schutzhund Ihnen beim Weitergehen folgt, ignorieren Sie ihn.
    • Es kann vorkommen, dass der Schutzhund sich Ihnen bellend annähert. In dieser Situation sollten Sie Provokationen (z.B. mit dem Stock fuchteln) unterlassen. Am besten bleiben Sie mit Abstand zur Herde kurz stehen. Ist der Schutzhund zur Ruhe gekommen, können Sie weiterwandern.
    • Für den seltenen Fall, dass sich der Schutzhund nicht beruhigt, reagieren Sie wie folgt: Gehen Sie langsam rückwärts und vermeiden Sie Augenkontakt. Wer trotz vehementen Gebells – ein klares Warnsignal vonseiten des Hundes – seine Wanderung durch die Weide fortsetzt, könnte im Extremfall gebissen werden.
  • Ihren Hund sollten Sie grundsätzlich nicht in ein Gebiet mit Herdenschutzhunden mitnehmen. Treffen Sie aber unerwarteterweise auf eine geschützte Herde, nehmen Sie den Hund an die Leine und umgehen Sie die Herde.
  • Für Biker gilt: Absteigen und das Velo schieben.
  • Für Jogger gilt: Anhalten und langsam an der Herde vorbeigehen.

Wer sich trotz dieser Tipps, vor dem Durchqueren einer Weide mit Herdenschutz scheut, kann seinen Ausflug in die Berge dementsprechend planen. Auf dem Online-Kartenwerk des Bundes sind Alpweiden mit Herdenschutzhunden vermerkt und können auf diese Weise einfach vermieden werden.

Das BAFU hat ein spannendes Video mit weiterführenden Informationen zu Herdenschutzhunden und dem richtigen Umgang mit ihnen erstellt: