EK_Überwintern_170919_Front_X-3

Überwintern – 31 grossartige Strategien

  • Julia Hatzl

Drei Herzschläge pro Minute, Frostschutzmittel im Zellsaft – oder doch lieber ab in den warmen Süden? 31 grossartigen Strategien von Tieren und Pflanzen, Kälte, Schnee und kurze Tage erfolgreich zu überstehen, stellen Ihnen das Natur-Museum St. Gallen in der neuen Sonderausstellung vor.

Der Winter ist für die Tier- und Pflanzenwelt unserer Breiten die grosse Herausforderung. Über Monate können Kälte und Wind zum Erfrieren führen. Der Schnee behindert die Fortbewegung. Nahrung ist kaum zu finden. Das Wasser ist gefroren und für Wurzeln nicht verfügbar. Pflanzen und Tiere müssen also zu Zeiten der sommerlichen Fülle möglichst viel Energie speichern und mit dieser im Winter äusserst sparsam umgehen. Dabei gibt es unzählige Möglichkeiten, sich vom Herbst in den nächsten Frühling zu hangeln.

Inhalt der Ausstellung

Die neue Sonderausstellung im Naturmuseum St.Gallen stellt 31 Strategien vor, wie Pflanzen, Tiere und Pilze den Winter erfolgreich überstehen. Da ist zum Beispiel der Schneehase, der in seinem weissen Winterfell nicht nur perfekt getarnt, sondern auch wohlig gewärmt wird: Anstelle der Farbstoffe lagern die Haare nämlich isolierende Luft ein. Zusätzlich kann er mit seinen breiten Hinterpfoten perfekt über den Schnee hoppeln, ohne einzusinken.

Im Sommer ist der Schneehase leicht mit einem Feldhasen zu verwechseln. Ein wichtiger Unterschied sind aber seine kurzen Ohren.
© Andrew [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com

Oder die Murmeltiere, die als Familienclan überwintern: In der Mitte schlafen die jüngsten Tiere, eng an ihre Verwandten gekuschelt. Die Körpertemperatur der Murmeltiere sinkt während des Winterschlafs aber bis nahe an den Gefrierpunkt ab. Rund alle zwei Wochen wachen alle Mitglieder des Familienclans gleichzeitig auf und wärmen ihre Körper vorübergehend wieder auf Normaltemperatur auf. Oder die Alpenro- sen, die im Winter auf eine isolierende Schneedecke angewiesen sind: Alles, was über den Schnee hinaus in die eisige Luft ragt, friert ab. An der Höhe der Alpenrose kann man deshalb im Sommer die ungefähre winterliche Schneehöhe ablesen. Oder die Fichte, die Frostschutzmittel einlagert und dann Temperaturen um -40°C ohne Schaden zu nehmen ertragen kann. Oder der Samtfussrübling, ein Pilz, dessen Fruchtkörper am liebsten bei Temperaturen knapp über Null Grad wachsen.

Die Sonderausstellung «Überwintern» ist als schneeweisse Winterlandschaft konzipiert, in der 31 grossartigen Wintergeschichten präsentiert werden – resp. z.T. gut unter der dicken Schneedecke versteckt sind und darauf warten, von den Besuchenden entdeckt zu werden. Eine eigens für die Sonderausstellung produzierte Broschüre vermittelt zusätzliche Hintergrundinfos zu den 31 Überwinterungsstrategien.

Attraktives Rahmenprogramm

Ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm begleitet die Sonderausstellung. Nebst spannenden Abendvorträgen, wird jeweils am ersten Mittwoch im Monat ein Gast beim Mittagstreff zu Besuch sein, aber auch Märchen-Sonntage und Führungen, sowie spezielle Familien- und Kinderanlässe runden das vielfältige Sonderprogramm ab. Details zu den verschiedenen Veranstaltungen finden sich unter www.naturmuseumsg.ch.