stadtfauna

Stadtfauna

  • Stefan Bachmann

Es mag überraschen, ist aber wahr: In einigermassen grünen Städten mit Gärten und Parks leben mehr Tier- und Pflanzenarten als im Kulturland. Während nämlich die Felder und Wiesen vielerorts ausgeräumt und eintönig sind, bieten Städte und Dörfer ein kleinräumiges Mosaik an Lebensräumen. Dumm nur, dass die Naturvielfalt im Siedlungsraum vielen Menschen entgeht. Um die seltene Eidechse am Gleisrand oder das bedrohte Pflänzchen im Garten zu erkennen, braucht es ein wenig Aufmerksamkeit und manchmal auch Fachwissen.

Gut also, gibt es dieses neue Buch. 600 typische Stadttiere werden vorgestellt – von den Moostierchen über die Flohkrebse bis zu den Vögeln und den Fledermäusen. Auch manch ein Biologe wird erstaunt sein, was in unserer unmittelbaren Nachbarschaft alles kreucht und fleucht. Ob Süsswasserqualle, Bachstrudelwurm, Boden-Kielschnegel oder Bergahorn-Winkerzikade: Sehr viele Arten leben mitten unter uns, die in keinem Schulbuch je auftauchen. Das Buch zeigt denn auch anschaulich auf, dass die Biodiversität reicher ist als viele glauben, dass sie aber auch gepflegt und gefördert werden muss.

Jeder Art ist eine halbe Seite gewidmet. Neben einem kurzen Text sind ein gutes Bild sowie einige Angaben zur Biologie zu finden. Was fehlt, ist eine Verbeitungskarte. Ein sehr informatives und gut gemachtes Buch, dessen Kauf sich lohnt.

Stefan Ineichen, Bernhard Klausnitzer, Max Ruckstuhl (Hrsg.): „Stadtfauna – 600 Tierarten unserer Städte“. Haupt Verlag, 2012, 436 Seiten, Fr. 39.90