Spinnen

Spinnen – Die erfolgreichen Jäger

  • Redaktion Naturschutz

Spinnen werden vom Menschen nicht mit besonders viel Sympathie bedacht. Arachnophobie – die panikartige Angst vor den kleinen Achtbeinern – ist weit verbreitet, auch wenn es weltweit nur sehr wenige Spinnenarten gibt, die uns gefährlich werden könnten. Wer sich aber mit den Tieren befasst, wird beeindruckt sein – von ihrer Vielfalt, ihrer Farbenpracht und vor allem von ihren einfallsreichen und erstaunlichen Jagdpraktiken. Spinnen bauen nicht nur das bekannte Radnetz, sie konstruieren auch Zelte, Stolperdrähte und Falltüren. Sie bewerfen die Beute mit Lassos und kleinen Netzen. Oder sie bespucken diese gar mit Sekundenleim.

Solchen Highlights aus der Biologie der Spinnen geht der bekannte britische Naturfotograf Stephen Dalton in diesem Buch nach und versucht, mit dem schlechten Ruf der Achtbeiner aufzuräumen. Zwei Jahre lang stellte er mit seiner Kamera den kleinen Jägern nach, entstanden sind brillante, meisterhafte Bilder von zahllosen Spinnenarten in allen Lebenslagen. Der Text ist erstaunlich reichhaltig, wenn man bedenkt, dass Stephen Dalton kein eigentlicher Spinnenkenner ist. Neben einem Kapitel zur Anatomie der Spinnen sind im Buch auch viele Dutzend kurze Artporträts enthalten. Vollständigkeit darf man nicht erwarten: auf viele Themen wie die Fortpflanzungsbiologie oder das Verhalten der Tiere im Jahresverlauf geht der Autor nur am Rande ein. Auch einen Überblick über die Spinnenfamilien sucht man vergebens. Trotzdem vermag das Buch wohl viele Naturfreunde zu begeistern – und vielleicht sogar einige Leser von ihrer Spinnenangst zu heilen.

Stephen Dalton: Spinnen – Die erfolgreichen Jäger. Haupt Verlag, Bern, 2009. 208 Seiten, ca. Fr. 49.90