© Susanne Nilsson [CC-BY-SA-2.0], via Flickr
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Sollen Wasservögel gefüttert werden?

  • Cécile Villiger

Enten und Schwäne mit altem Brot zu füttern ist gerade im Winter eine beliebte Tätigkeit und ist bei manchen Menschen eine liebgewonnene Tradition. Gegen das massvolle und gelegentliche Füttern ist eigentlich nichts einzuwenden. Wegen dem Risiko, die Vogelgrippe zu übertragen, sollte es momentan aber unterlassen werden.

Man sitzt gemütlich auf einer Bank am See und raschelt mit seinem „Zmittag“ und plötzlich ist man umringt von Wasservögel, wer kennt das nicht? Meist Stockenten, aber auch Schwäne und Möwen sind darauf konditioniert ab und an Reste vom Menschen zu erhaschen. Dem Menschen, speziell Kindern und alten Leuten ist es oft eine grosse Freude, die „wilden“ Tiere mit altem Brot und anderen Nahrungsmitteln zu füttern und die Vögel in so geringer Distanz zu betrachten. Oftmals wird angenommen, dass mit dem Füttern den Vögeln einen hilfreichen Dienst erweise, doch das Füttern bringt Gefahren für die Vögel, hier einige Tipps:

Keine gewürzte Speisen füttern

Wasservogelarten, die den Winter in der Schweiz verbringen, sind laut der Vogelwarte Sempach und BirdLife gut an die Verhältnisse in unseren Breitengraden angepasst. Wenn Sie sich in geeigneten Gebieten aufhalten finden sie selber genug Nahrung. Gegen das sporadische Füttern in kleinen Mengen ist allerdings nichts einzuwenden. Jedoch sollte das Füttern von verschimmelten oder gewürzten Speisen vermieden werden.

Was sind die gesundheitlichen Folgen beim Brot füttern?

Die Fütterung mit Brot führt zwar nicht zum Aufquellen des Brotes und zu Magenverletzungen oder zur Verfettung der Vögel, jedoch kann eine übermässige und einseitige Ernährung zu Verdauungsproblemen führen, speziell wenn wenig pflanzliche Nahrung zur Verfügung steht.

Hohe Wasservögel-Konzentrationen fördert die Übertragung von Krankheiten

Durch die Fütterung kommt eine grosse Anzahl an Vögel zusammen. Dies stellt für gesellige Vögel an sich kein Problem dar. Allerdings sind bei Schwänen, die sich in Gebieten aufhalten, wo massiv gefüttert wird, einen erhöhten Parasitenbefall festgestellt worden. Die Tiere sind meist geschwächt und gestresst. Krankheiten werden bei erhöhter Vogeldichte schneller von Vogel zu Vogel übertragen. Besonders gravierend ist es, an Orten wo ein Risiko besteht, dass die Vogelgrippe übertragen werden könnte, dort dürfen die Vögel keines Falls gefüttert werden.

Wasservögel in Vogelschutzreservate nicht füttern

In Vogelschutzreservate sollten die Vögel vom Menschen möglichst ungestört bleiben. Auch gefährdete Arten profitieren eher von Ruhezonen als von einer Fütterung. In Wasser- und Zugvogelreservate ist das Füttern zudem verboten (naturschutz.ch berichtet).

Wie sieht es bei Ihnen aus?