@ Tim Reckmann [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com
@ Tim Reckmann [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com

Regional auch in der kalten Jahreszeit

  • Julia Hatzl

Die heimischen Lebensmittelgeschäfte sind Tag ein, Tag aus mit einer riesigen Brandbreite an Obst- und Gemüsesorten gefüllt. Nur wenige davon lassen sich in der Schweiz anbauen und noch viel weniger wachsen das ganze Jahr über. Doch was wächst eigentlich wann in der Schweiz und wieso sollte darauf geachtet werden?

Auch wenn es verlockend ist, Erdbeeren oder tropische Früchte mitten im Winter zu geniessen, sollte man sich die Herkunft und die Konsequenzen für die Umwelt ins Gedächtnis rufen. Unser Konsumverhalten wirkt sich direkt auf das Klima und die Umwelt aus. Durch den Kauf von regionalen und saisonalen Lebensmitteln verhindern wir lange Transportwege sowie vermehrten Wasser- und Energieverbrauch. Wer im Winter auf frisches, per Flugzeug importiertes Gemüse oder Produkte aus geheizten Gewächshäusern verzichtet und in jeder Jahreszeit auf Saisonalität setzt, verursacht – bezogen auf den Gemüsekonsum – 8 bis 10 mal geringere Umweltbelastungen. Der Umwelt zuliebe sollte man einmal mehr auf etwas verzichten und ein Blick auf den Herkunftsort von Gemüse und Obst werfen.

Folgen des weltweiten Imports

Gerade in trockenen, warmen Ländern führt der exzessive Anbau von Lebensmitteln zu hohen Umweltbelastungen. Ein Beispiel dafür ist Spanien. In Huelva im Südwesten Spaniens wird ein Drittel aller verkauften europäischen Erdbeeren angebaut. Knapp 300.000 Tonnen werden pro Saison nach ganz Europa exportiert. Doch die Erdbeerplantagen liegen direkt angrenzend am Nationalpark Doñana, einem der wichtigsten Feuchtgebiete Europas und Unesco-Weltkulturerbe. Schätzungsweise sechs Millionen Zugvögel legen hier eine Pause ein, wenn sie im Frühjahr und im Herbst in neue Lebensräume in Afrika und Europa ziehen, angefangen von Störchen, Milanen bis hin zu Löfflern und Ibissen.

Die Zugvögel sind auf ausreichend Wasser in Rastgebieten angewiesen @ Julia Hatzl
Die Zugvögel sind auf ausreichend Wasser in Rastgebieten angewiesen @ Julia Hatzl

Auch ist der Nationalpark eines der letzten Refugien des bedrohten Iberischen Luchses und des Kaiseradlers. Die Bewässerung der Erdbeeren führt zu einem immensen Wasserverbrauch und zu schwerwiegenden Konsequenzen für den Nationalpark. Wasser wird teils legal, teils illegal aus den Flüssen Guadalquivir und Rocina entnommen und fehlt infolgedessen im Ökosystem, das langsam aber sicher austrocknet. Bereits jetzt sind die Dürreperioden im Sommer stark verlängert und der Grundwasserspiegel gesenkt. Geht der Trend in diese Richtung weiter, wird Europa eines seiner wichtigsten Feuchtgebiete verlieren.

donana
Blick auf das Reservat im Zentrum des Nationalparks im Frühling und Herbst. @ Julia Hatzl

Saisonkalender

In der Schweiz gibt es auch in der kalten Jahreszeit eine breite Palette an Gemüsesorten, die regional angebaut werden und ohne grosse Bedenken genossen werden können. Für viele Obstsorten ist es im Freiland bereits jetzt zu kalt, jedoch gedeihen sie in geschütztem Anbau auch ohne künstliche Heizung immer noch sehr gut. Das bedeutet, dass sie auf Flächen unter Folie, Glas oder Vlies angebaut werden. Ausnahmen dabei sind frische Äpfel und Quitten, die zurzeit sogar im Überfluss erhältlich sind.

Um einen Anhaltspunkt beim Einkaufen zu haben, empfiehlt sich der Blick auf einen Saisonkalender. Darin ist eine Vielzahl an Gemüse- und Obstsorten angeführt, die in den jeweiligen Monaten in der Schweiz wachsen und angebaut werden. Ein Beispiel eines solchen Saisonkalender wird von GEO angeboten. Im Oktober sind die robusten Gemüsesorten, Knollengemüse und Pilze gerne auf dem Teller gesehen. Wer gerne Zucchini und Zuckermais isst, der sollte jetzt noch einmal das frische Gemüse geniessen, bevor es in die Winterpause geht. Auch die letzten Brombeeren und Trauben sind im Oktober noch erhältlich.

Saisonskalender für den Monat Oktober von GEO @ GEO
Saisonskalender für den Monat Oktober von GEO @ GEO

Im Gegensatz zu Obst startet die Kürbissaison jetzt erst so richtig durch. Im Anschluss finden Sie einige tolle und schmackhafte Kürbis-Rezepte.

Hier finden Sie weitere Infos zur Wasserproblematik im Nationalpark Doñana und dem Saisonskalender von GEO