Nicht alles Palmöl ist schlecht: Ein Update der CodeCheck-App erleichtert jetzt das Unterscheiden im Laden. © tristantan [CC-BY-SA-2.0], via pixabay.com
Nicht alles Palmöl ist schlecht: Ein Update der CodeCheck-App erleichtert jetzt das Unterscheiden im Laden. © tristantan [CC-BY-SA-2.0], via pixabay.com

Palmöl-App erhält nützliches Update

  • Selina Fehr

Mit der CodeCheck-App kannst du deine Lebensmittel im Laden scannen und erfährst, wie umweltfreundlich sie sind. Neu zeigt die App nicht nur an, ob Palmöl drin ist oder nicht. Sie informiert auch, ob Palmöl in Bio-Qualität verwendet wurde oder ob eine RSPO-Zertifizierung vorliegt.

Umweltbewusste KonsumentInnen können sich freuen: Die CodeCheck-App, die seit mehreren Jahren im Umlauf ist, hat ein wichtiges Update bezüglich Palmöl erhalten. Das Pflanzenfett steht seit langem in der Kritik (naturschutz.ch berichtete) und leider bieten erst wenige Pionier-Unternehmen Transparenz. In der neuen «Scorecard» des WWF erhalten diese engagierten Hersteller gute Noten, «Totalverweigerer» bekommen eine negative Bewertung. Dieses Wissen ist ab sofort in die CodeCheck-App integriert.

In ihrer schieren Menge sind Produkte mit Palmöl nicht leicht zu umgehen. Und Palmöl ist grundsätzlich auch kein schlechtes Öl. Auf vergleichsweise geringer Fläche kann damit ein grosser Teil des weltweiten Bedarfs an Pflanzenölen gedeckt werden. Ausserdem gehört es in vielen Ländern zu den Grundnahrungsmitteln und Kleinbauern verdienen damit ihr Einkommen. Entscheidend ist die Anbaumethode: Zertifiziertes oder sogar biologisch angebautes Palmöl macht einen grossen Unterschied punkto Umweltverträglichkeit, verglichen mit dem unzertifizierten Anbau. Genau hinzuschauen lohnt sich also! Die neuen Infos der App unterstützen dabei. Wer nicht gänzlich auf palmölfreie Alternativen setzen kann oder will, kann jetzt nachschauen, wo die nachhaltigen Varianten drinstecken.

Bioqualität schneidet am besten ab

Grundlage des verfeinerten Entscheidungs-Tools bildet die «Scorecard Palmöl», die der WWF Deutschland jedes Jahr neu erstellt. Dazu befragt er Hersteller von Produkten mit Palmöl nach der Zertifizierung. Den Mindeststandard stellt dabei seit 2004 der «Runde Tisch für Nachhaltiges Palmöl» (bzw. Round Table for Sustainable Palmoil, kurz RSPO) dar. Da dieser jedoch nur «besonders schützenswerte» Wälder vor Rodung bewahrt, hochgiftige Pestizide weiterhin erlaubt und den schädlichen Anbau auf torfhaltigen Böden gestattet, wird er von vielen Seiten kritisiert.

Fortschrittlichere konventionelle Palmöl­ Produzenten lassen ihre Plantagen nach Zusatzkriterien, zum Beispiel über POIG (Palm Oil Innovation Group) verifizieren. Andere, wenige Unternehmen gehen noch weiter und nutzen Palmöl von Bio-Produzenten.

Ilka Petersen, Palmöl Expertin beim WWF sagt dazu:

«Wenn Palmöl, dann auf jeden Fall auf zertifiziertes Palmöl achten – mindestens RSPO. Am besten aber Bio, da damit auch Pestizide und synthetische Dünger ausgeschlossen sind.»

Bisher ist der Anteil an zertifiziertem Palmöl noch verschwindend gering: Der Anteil an RSPO-zertifiziertem Palmöl liegt bei 19 Prozent der weltweiten Palmölproduktion, der Anteil von Bio-Palmöl bei gerade mal einem Prozent.

Die Kraft liegt beim Konsumenten

Obwohl diese Zahlen ernüchternd sind, zeigt die Scorecard vom WWF auch einen zwar langsamen, aber erfreuliche Trend: 88 von 255 befragten Unternehmen setzen zu 100 Prozent zertifizierte Ware ein – 2015 traf das nur auf 29 Unternehmen zu. Bei den Zertifizierungen handelt es sich in der Regel um den RSPO-Standard, den der WWF als Einstieg empfiehlt. In seinem Artikel zum Palmöl-Check 2017 fordert der WWF insbesondere den konventionellen Markt auf, mehr zu tun und zieht das Fazit: «ein bisschen Klasse und viel träge Masse».

Detailierte Ergebnisse der Palmöl-Umfrage findest du auf der Seite des WWF Deutschlands.

Solange dem zerstörerischen Palmöl kein gesetzlicher Riegel vorgeschoben ist, liegt die Verantwortung bei den Konsumenten. Das Update der CodeCheck-App unterstützt dabei, zu entscheiden, welche Produkte wir akzeptieren und welche nicht.