Die Blaue Ozeanschnecke (Glaucus atlanticus). | © Taro Taylor [CC-BY-SA-2.0], via Wikimedia Commons
Die Blaue Ozeanschnecke (Glaucus atlanticus). | © Taro Taylor [CC-BY-SA-2.0], via Wikimedia Commons

Natur bewegt! – Tanzender Drachen

  • Mélanie Guillebeau

Wendig tänzelt der blau-silberne Drache im Ozean umher. Doch der erste süsse Eindruck der Blauen Ozeanschnecke trügt: Sie kann nämlich ganz schön giftig reagieren. 

Eine tanzende Blaue Ozeanschnecke vor der Küste Australiens

Bei der Blauen Ozeanschnecke (Glaucus atlanticus) – oder im Englischen „Blue Dragon“ – handelt es sich um eine marine Fadenschnecke. Auf ihrem Speiseplan stehen giftige Meerestiere wie die Portugiesischen Galeere, ein quallenähnliches Tier. Das Gift macht ihnen nichts aus, im Gegenteil! Sie sammeln das Gift der Beutetiere in ihren zahlreichen Körperausstülpungen an und können es somit für ihre eigene Verteidigung verwenden. Dementsprechend wird auch abgeraten, die „herzig“ aussehenden Tierchen zu berühren: Es wird schmerzhaft enden.

Schwalbe der Unterwasserwelt

Beim ersten Hinhören mag der Zweitname der Blauen Ozeanschnecke, nämlich Seeschwalbe, für Verwirrung sorgen. So würde man bei dieser Namensgebung eher einen gefiederten Seevogel erwarten. Doch sieht man sich das wendige, tänzerische Treiben der Blauen Ozeanschnecke – ähnlich dem Flug einer Schwalbe – an, ergibt der Zweitname durchaus Sinn.

Die marine Seeschwalbe ist nicht zu verwechseln mit ihrer fliegenden Namensvetterin. | © Werner Wilmes [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com
Die marine Seeschwalbe ist nicht zu verwechseln mit ihrer fliegenden Namensvetterin. | © Werner Wilmes [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com

In der Regel ist es die blau gefärbte Bauchseite, die uns die Seeschwalbe beim Umhertreiben präsentiert. Nur ab und zu blitzt die silbergraue Färbung der Rückseite durch. Das Doppelgewand hat durchaus seine Berechtigung: Die Blaufärbung tarnt sie vor Räubern aus der Luft, wohingegen die Silberfärbung als Tarnung vor Raubfischen dient.

Wer in den Ferien ans Mittelmeer reist, bekommt vielleicht eine der exotisch anmutenden Schnecken zu Gesicht. Denn sie ist bevorzugt in wärmeren Gewässern, wie vor Südafrika, Australien, Hawaii oder eben auch im Mittelmeerraum, unterwegs.

Film von Paul Stewart