In Reih und Glied schreiten die Raupen dahin. Doch wohin führt die Prozession? | © Simon Blackley [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com
In Reih und Glied schreiten die Raupen dahin. Doch wohin führt die Prozession? | © Simon Blackley [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com

Natur bewegt! – In Reih und Glied                              

  • Mélanie Guillebeau

Bei den Prozessionsspinnern ist der Name Programm: Vergleichbar mit einer Prozession marschieren die Raupen Kopf an Hinterteil durch die Gegend. Ihr „Gänsemarsch“ ist ein aussergewöhnlicher Anblick, doch die Raupen können bei Mensch und Tier gefährliche allergische Reaktionen auslösen.

Die Prozessionsspinner gehören zu den Schmetterlingen und umfassen in Europa, Asien und Afrika rund hundert Arten. Auch in der südlichen Schweiz, vor allem im Tessin und Wallis, wurden bereits Exemplare dieser Gattung gesichtet. Ihr Stützpunkt – je nach Art als weisses Gespinst erkennbar – befindet sich in der Höhe, unter anderem auf Eichen, Kiefern und Pinien.

In der Regel im Frühling, wenn die Tage wieder wärmer werden, machen sie sich abends auf den Weg zur Futtersuche. Dabei spazieren sie in Reih und Glied – ähnlich zu einer Prozession – den Baum herunter bis zu ihrem Futterplatz. Ebenso wenn sie sich zur Verpuppung im Erdboden aufmachen, kann man das Spektakel beobachten.

Man vermutet, dass die Raupen durch das Aneinanderketten den Anschein einer Schlange erwecken wollen. Damit werden sie von ihren Prädatoren, insbesondere von Vögeln, nicht als mögliches Beutetier wahrgenommen.

Die Prozession der Raupen mag ein einzigartiges Spektakel sein, doch Vorsicht ist geboten: Ihre Härchen sind äusserst giftig und lösen beim Kontakt mit Augen, Atemwegsorganen oder der Haut allergische Reaktionen aus. Insbesondere für Hunde, die immer der Nase nach gehen, kann dies gefährlich werden.

 

 

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