Im Winterschlaf oder in Ruhe hüllt sich die Grosse Hufeisennase in ihre Flughäute ein. | © Gilles San Martin [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com
Im Winterschlaf oder in Ruhe hüllt sich die Grosse Hufeisennase in ihre Flughäute ein. | © Gilles San Martin [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com

Natur bewegt! – Fledermausgeburt

  • Mélanie Guillebeau

Sehen Sie in diesem einmaligen Video wie eine Grosse Hufeisennase ein gesundes, jedoch äusserst zerbrechlich erscheinendes Junges gebärt – ein Ereignis, das geschlechtsreife Weibchen in der Regel nur einmal pro Saison durchleben. 

© LBVBayern

 

Rund acht Wochen bis zur Selbstständigkeit

Die Geburt einer jungen Grossen Hufeisennase, wie sie hier festgehalten wurde, ist ein einmaliges Ereignis: Pro Saison gebärt ein Weibchen dieser Art nur ein Jungtier. Meist erblickt das Jungtier im Juni oder Juli mit einem Fliegengewicht von fünf bis sechs Gramm das Licht der Welt. Viel erblicken kann die junge Fledermaus zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht. Denn erst nach rund einer Woche kann das Junge die Augen öffnen. Nach weiteren zwei bis drei Wochen startet das Jungtier die ersten Flugversuche. Und schon sieben bis acht Wochen nach der Geburt ist das zierliche Fledermausjunge zu einem selbstständigen Individuum herangewachsen.

Hufeisenförmige „Nase“ als Namensgeber

Die Nasenlöcher der Grossen Hufeisennasen werden von einem hufeisenförmigen Hautlappen eingefasst. Dieser ist einerseits Namensgeber der Hufeisennasen, andererseits dient der Hautlappen als Verstärker der ausgestossenen Ultraschallrufe – ein wichtiges Hilfsmittel bei der Orientierung im Raum und auf der Jagd nach Grossinsekten in Wäldern und Wiesen.

Die hufeisenförmige Nase gibt dieser Fledermausart ihren Namen. | © Schmeegan [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com
Die hufeisenförmigen Hautlappen, die die Nasenlöcher einfassen, geben dieser Fledermausart ihren Namen. | © Schmeegan [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com

Hufeisennasen sind gefährdet

Wie andere heimische Fledermausarten haben auch die Bestände der Grossen Hufeisennasen unter dem immensen Einsatz des Insektizids DDT Mitte des 19. Jahrhunderts gelitten. DDT ist mittlerweile verboten, doch es sind neue Probleme aufgetaucht: Geeignete Dachstöcke für die Jungenaufzucht sind rarer geworden und die intensive Landwirtschaft zerstört Jagdlebensräume. In der Schweiz können nur noch drei Kolonien nachgewiesen werden, die Jungen aufziehen. Und auch im übrigen Verbreitungsgebiet in Mitteleuropa ist die Grosse Hufeisennase vom Aussterben bedroht.

Weitere Informationen finden Sie unter Fledermausschutz.ch und auf der Website des Deutschen Bundesamtes für Naturschutz.