Der Goldscheiteltaucher (Podiceps gallardoi) | © Akulatraxas [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com
Der Goldscheiteltaucher (Podiceps gallardoi) | © Akulatraxas [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com

Natur bewegt! – Ein gefährdeter Balztanz

  • Mélanie Guillebeau

Unterhaltsam, lustig aber zugleich reizend: So lässt sich der Balztanz des Goldscheiteltauchers passend beschreiben. Aber sehen Sie selbst! Und erfahren Sie zudem, wieso der in Argentinien beheimatete Lappentaucher vielleicht schon bald ausgetanzt hat.

© BirdLife International

 

Verwandt mit Haubentaucher

Man sieht dem Goldscheiteltaucher die Verwandtschaft mit dem bei uns heimischen Haubentaucher an. Doch die beiden Wasservögel teilen sich in Folge der gemeinsamen Angehörigkeit in der Familie der Lappentaucher nicht nur manch äussere Merkmale, wie die rot leuchtenden „zombie-ähnlichen“ Augen oder die Haube, sondern auch ihr aussergewöhnliches Balzverhalten.

Ein Haubentaucher-Paar. Die in unseren Breiten heimischen Haubentaucher (Podiceps cristatus) gehören wie die Goldscheiteltaucher der Familie der Lappentaucher an. | © Frank Vassen [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com
Ein Haubentaucher-Paar. Die in unseren Breiten heimischen Haubentaucher (Podiceps cristatus) gehören wie die Goldscheiteltaucher der Familie der Lappentaucher an. | © Frank Vassen [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com

Paarfindung und -bindung mit Tanz

Bei ihrem typischen Balztanz werfen sich Männlein und Weiblein in Pose, um so ihr Gegenüber von sich zu überzeugen oder die bereits vorhandene Paarbindung zu stärken. Bei den Goldscheiteltauchern wird dabei unter anderem heftig mit dem Kopf genickt oder eine pinguinähnliche Statur angenommen, bei welcher beinahe der gesamte Körper aus dem Wasser ragt und die Brust mit Stolz geschwellt ist. Das Präsentieren von Nistmaterial gehört beim Balztanz ebenfalls zum guten Ton. Der Hauptort des Spektakels ist in der Regel die Brutregion der Vögel. Bei den Haubentauchern wird aber bereits im Überwinterungsgebiet fleissig das „Tanzbein geschwungen“.

Schon bald ausgetanzt?

Dem amüsant anzusehenden Balztanz droht jedoch das Ende. Denn im Gegensatz zu unserem heimischen Vertreter ist der Goldscheiteltaucher vom Aussterben bedroht. In seinen angestammten Brutgebieten in Patagonien (Argentinien) wurden gemäss BirdLife International nur noch 500 Brutpaare gezählt. Wie so oft sind die Gründe für das fortwährende Schrumpfen der Bestände mannigfaltig. Zum einen machen den Goldscheiteltauchern der aus Nordamerika eingeschleppte Amerikanische Nerz und die zunehmende Verbreitung der Dominikanermöwe zu schaffen: Beide haben den Goldscheiteltaucher ganz oben auf dem Speiseplan stehen.

Mit der Einschleppung des Amerikanische Nerzes (Neovison vison) in die Verbreitungsgebiete des Goldscheiteltauchers haben die Bestände lokal merklich abgenommen. Denn der Amerikanische Nerz macht Jagd auf die Goldscheiteltaucher - ob gross oder klein. | © Frank Vassen [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com
Mit der Einschleppung des Amerikanischen Nerzes (Neovison vison) in die Verbreitungsgebiete des Goldscheiteltauchers haben die lokalen Bestände merklich abgenommen. Denn der Amerikanische Nerz macht Jagd auf Goldscheiteltaucher – egal ob jung oder alt. | © Akulatraxas [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com

Zum anderen droht akute Gefahr aufgrund von menschlichem Zutun. Argentinien plant in Zusammenarbeit mit China den Bau von zwei Staudämmen zur Stromproduktion auf dem Río Santa Cruz – inmitten der Überwinterungsgebiete des Goldscheiteltauchers. Und das, obwohl alle bisher erstellten Umweltgutachten vor der Ausführung dieses Vorhabens dringend abraten.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website von BirdLife International. Es wurde zudem eine Petition gestartet, die den Bau der Staudämme verhindern möchte. Mehr dazu finden Sie auf der Petitionsseite von BirdLife International.