Blutschnabelweber sind die häufigste Vogelart weltweit. | © Bernard DUPONT [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com
Blutschnabelweber sind die häufigste Vogelart weltweit. | © Bernard DUPONT [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com

Natur bewegt! – Die gefiederte Wanderheuschrecke Afrikas

  • Mélanie Guillebeau

Wenn man einen Blutschnabelweber-Schwarm zu Gesicht bekommt, ist augenscheinlich, dass es sich hier um eine der häufigsten wild lebenden Vogelarten der Welt handeln muss: Bis zu fünf Stunden kann es dauern, bis ein Schwarm über einem hinweggezogen ist.

1.5 Milliarden Vögel auf einem Kontinent

Schätzungsweise 1.5 Milliarden Vögel zählt der gesamte Bestand des Blutschnabelwebers am Ende einer Brutsaison. Diese Masse an Vögeln konzentriert sich auf „lediglich“ einen Kontinent, genauer auf weite Teile von Subsahara-Afrika. Im Vergleich dazu beträgt der weltweite Bestand der allgegenwärtigen Hausspatzen 500 Millionen Vögel. Und diese Anzahl verteilt sich auf Gebiete in Nord-, Südamerika, Europa, Asien, Afrika und Australien – also weit verstreut über den gesamten Globus.

Der rote Schnabel der Männchen sind namensgebend für den Blutschnabelweber. Weibchen haben einen orange-gefärbten Schnabel. | © Pixlab.co.za Sportphoto.co.za [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com
Der rote Schnabel ist namensgebend für den Blutschnabelweber. Während der Brutsaison ist dieser bei den Weibchen jedoch orange-gefärbt. | © Pixlab.co.za Sportphoto.co.za [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com

Schwärme können zur Plage werden

Ein solch grosser Vogelschwarm bringt natürlich einen dementsprechend grossen Hunger mit sich. Und so ziehen Blutschnabelweber den Regenfronten folgend wie Wanderheuschrecken über die Grass- und Getreidefelder Afrikas und verschlingen die Samen – daher entspringt auch der unrühmliche Zweitname „die gefiederte Wanderheuschrecke Europas“.

Bekämpfung zeigt kaum Wirkung

Betroffene Feldbetreiber verbüssen enorme Ernte- und Lohneinnahmen und bekämpfen Blutschnabelweber daher aktiv. Zum einen vertreiben sie die Schwärme mit Lärm von den Feldern; zum anderen wird versucht, den Bestand zu dezimieren. Dabei greifen manche auch zu invasiven Mitteln wie dem Bespritzen von Brutbeständen mit Insektizid oder dem Zünden von Brandbomben. Zudem werden Brutschnabelweber auch für den Verzehr gefangen. Doch diese Massnahmen scheinen die „gefiederten Wanderheuschrecken“ nicht nachhaltig einzudämmen oder gar zu bedrohen: Auf der Roten Liste der gefährdeten Arten (IUCN) ist der Blutschnabelweber als „nicht gefährdet“ eingestuft.

Somit wird man weiterhin die beeindruckenden Brutschnabelweber-Schwärme über die Savannen Afrikas ziehen sehen.

Im Dokumentarfilm „Planet Earth“ von BBC werden Ihnen die immensen Ausmasse der Blutschnabelweber-Schwärme ebenfalls eindrücklich vor Augen geführt.