Die Herbstspinne (Metellina segmentata) ist entsprechend ihres Namens im Herbst besonders aktiv. | © Claude Dopagne [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com
Die Herbstspinne (Metellina segmentata) ist entsprechend ihres Namens im Herbst besonders aktiv. | © Claude Dopagne [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com

Natur bewegt! – Das Liebesspiel der Herbstspinne

  • Mélanie Guillebeau

Im September wird die Paarungssaison der Herbstspinne eingeläutet. Doch nur wer die Herzdame auch reichlich beschenkt, kann auf eine erfolgreiche Begattung hoffen. Was dann geschieht, können Sie im folgenden Videobeitrag beobachten.

Die aktivste Zeit dürfte bei den meisten von uns wohl auf den Sommer fallen. Nicht so bei den Herbstspinnen. Wie ihr Name bereits vermuten lässt, sind sie im Herbst – zwischen August und Oktober – besonders häufig anzutreffen. Insbesondere die erwachsenen Tiere durchleben während der „Nebel-Saison“ ihre aktive Phase, wobei die Paarung einen Grossteil der Zeit in Anspruch nehmen dürfte. Wer also beim herbstlichen Spaziergang an offenen Waldrändern, Gärten und Feuchtgebieten vorbeikommt, dürfte mit etwas Glück Zeuge ihres Liebesspiels werden:

© SchoenerSuedwestenTV, via youtube.com

 

Fressen (für das Weibchen) oder gefressen werden

Meist sind es gleich mehrere Männchen, die um die Gunst des Weibchens buhlen. Dabei warten sie geduldig im wagenradförmigen Netz des Weibchens auf Beute. Denn wer dem Weibchen als Erster ein „Brautgeschenk“ – in diesem Fall ein nährreiches Insekt – überreichen kann, hat die grösste Chance, sich zu verpaaren und zu überleben. Ist das Weibchen nämlich während der Balz nicht mit Fressen beschäftigt, besteht die Gefahr, dass das kopulierende Männchen zur Beute wird.

Ein Männchen der Herbstspinne. Es ist rund vier Millimeter gross und damit sichtbar kleiner als das Weibchen mit einer Grösse von rund sechs Millimetern. | © Andrew Reding [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com
Ein Männchen der Herbstspinne. Es ist rund vier Millimeter gross und damit sichtbar kleiner als das Weibchen mit einer Grösse von rund sechs Millimetern. | © Andrew Reding [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com

Kurzes Vergnügen, tödliches Ende

Im Gegensatz zur Balz ist die eigentliche Paarung ein kurzes Vergnügen: Binnen weniger Minuten geht sie vonstatten und das Männchen zieht unversehrt von dannen. Anschliessend legt das Weibchen die Eier auf einem Ast oder geschützt unter einer Baumrinde ab. Dabei bildet sie mehrere weissliche Kokons, die je rund 100 Eiern Platz bieten. Der Kokon, in dem der Nachwuchs überwintert, bietet den nötigen Schutz vor Frassfeinden. Für das Weibchen endet mit der Eiablage nur wenige Tage später auch ihr befristetes Dasein. Aus den Eiern, die sie hinterlassen hat, schlüpfen – abhängig von der Temperatur – nach ungefähr 100 Tagen die kleinen „Achtbeiner“.

Weitere spannende Informationen zur Herbstspinne finden Sie auf der Website natur-lexikon.com.