© Craig D., [CC-BY-SA-2.0], via Flickr
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Nachhaltig durch die Weihnachtszeit

  • Judith Schärer

Geschenke, Christbaum, Festessen – Stress. Sind dies die Schlagworte, die Ihnen zu Weihnachten in den Sinn kommen? Wir verraten Ihnen, wie Sie die Vorweihnachtszeit und die Festtage auf nachhaltige und besinnliche Art und Weise, ganz ohne Stress,  geniessen können.

Anderen eine nachhaltige Freude machen

Sich an Weihnachten gegenseitig zu beschenken, hat in vielen Familien und Freundeskreisen immer noch einen wichtigen Stellenwert. Allzu oft verkommt diese Tradition jedoch zu einer fast schon lästigen Routine und die Geschenksuche wird eher ein Stress denn eine Freude. In dieser Situation greift man oft zu Massenproduktions-Geschenken mit dünkelhaftem Hintergrund wie Grossverteiler-Pralinenschachteln oder Plastik-Spielzeug. Dabei gäbe es so viele wunderschöne, nützliche und nachhaltige Alternativen:

  • Selbstgemachtes

 CC0 Public DomainEine nachhaltige Variante zu abgepackten und industriellen Produkten sind selbstgemachte Klenigkeiten. Die Küche bietet unzählige Möglichkeiten, seine Liebsten kreativ und liebevoll zu beschenken. Konfitüren einmachen, weihnachtlichen Sirup brauen, Backmischungen zusammenstellen, Pralinen rollen oder gar selber Schokolade herstellen – Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Dabei ist natürlich auf die verwendeten Zutaten und Materialien zu achten – verwenden Sie möglichst regionale und saisonale Produkte, welche nicht industriell verarbeitet sondern frisch sind. Mit einer schönen Verpackung gewinnt das Geschenk noch zusätzlich einen einzigartigen Charme. Dasselbe gilt auch für selber Gebasteltes, wie beispielsweise Teelichter aus Naturmaterialien,  handgefertigte Seife oder selbstgemachte Meisenknödel.

  • Sinnvolles

Wenn Sie nach einem Geschenk suchen, das nicht nur dem Beschenkten sondern auch noch einem weiteren Umfeld Freude bereitet, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Dem befreundeten Ornithologen beispielsweise kann man mit einer Patenschaft für Zugvögel eine Freude machen. Eine Geschenkspende im Namen eines Verwandten oder Freundes an eine beliebige Organisation ist auch über Jahre hinweg noch etwas wert. Oder Sie ermöglichen dem Empfänger des Geschenkes eine Teilnahme eines Kurses/Exkursion, zum Beispiel eine Vogelexkursion.

Wenn man doch etwas Ausländisches möchte, gäbe es die Gelegenheit ein Crowd Container Projekt zu unterstützen. Dabei kann man sein Lieblingsprodukt direkt beim Produzenten bestellen. Eine Vorauszahlung verspricht die Sicherheit für die gesamte Lieferkette, so ist maximale Transparenz garantiert.

  • Empfohlenes

Viele Organisationen wollen bei der Suche nach einem nachhaltigen Weihnachtsgeschenk gerne behilflich sein. Produkte mit einer überzeugenden Label-Kennzeichnung sind deshalb eine gute Möglichkeit, seinem Nächsten das Weihnachtspräsent mit gutem Gewissen überreichen zu können. Verschiedene hilfreiche Infos dazu finden Sie hier >>

Lizenz: CC0 Public Domain

 

 

  •  Weniger ist mehr

Der dritte Schal, das fünfte Parfüm, die siebte Packung Pralinen? Muss es denn immer ein Gegenstand, etwas Eingepacktes sein? Viel schöner ist es doch, Erinnerungen, Erlebnisse, Momente der Zuneigung zu schenken. Viele kreative Ideen dazu finden Sie beim Projekt „Zeit statt Zeug“, das sich genau dafür einsetzt. Verschenken Sie beispielsweise einen gemeinsamen Kochabend anstatt ein Kochbuch oder einen Gutschein zum gemeinsamen Schrank-ausmisten anstatt eine Geschenkkarte eines Bekleidungsgeschäftes.

Natürlichkeit schmeichelt dem Auge

Zu einem schönen Weihnachtsfest gehört auch eine stimmige Dekoration von Haus und Garten. Dies ist durchaus auch möglich ohne umweltbelastende Plastik-Figuren oder Lametta. Die Natur ist der beste Lieferant, wenn es um Dekorationsmaterial geht. Verzieren Sie Ihre Kränze, Bäume und Feiertagstische mit Moos, Zweigen, Nüssen oder getrockneten Winterbeeren.

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Auch ein Weihnachtsbaum kann nachhaltig sein

Der traditionelle festlich geschmückte Weihnachtsbaum ist aus vielen Wohnzimmern kaum mehr weg zu denken. Doch, lässt sich diese Tradition mit gutem Gewissen beibehalten, wenn man gerne ein nachhaltiges Weihnachtsfest feiern möchte? Durchaus, wenn man einige Punkte beachtete. Beispielsweise kann man bewusst auf einheimische Bäume setzen, um einen unnötigen Import von fremdländischen Bäumen zu vermeiden. Zudem kann man darauf achten, dass man den Weihnachtsbaum nach den Festtagen sachgerecht entsorgt. Wer seiner Tanne dies gar nicht erst antun will, kann ihr auch zu einem Weiterleben nach den Feiertagen verhelfen. Mehr dazu finden Sie hier >>

Lizenz: CC0 Public Domain / FAQ

 

 

Nachhaltiger Festschmaus

Bei den Vorbereitungen für das Weihnachtsmahl orientiert man sich oft daran, dass möglichst alle Gäste zufrieden und satt den Tisch wieder verlassen. Dabei geht manchmal vergessen, wie einfach man bei Planung, Einkauf, Verarbeitung und auch beim Genuss des Weihnachtsmenüs einen Einfluss auf die Umwelt ausübt. Schon bei Planung und Einkauf des Mahles können umweltfreundliche Entscheidungen getroffen werden. Es gibt unzählige Rezeptideen, welche klimafreundlich und umweltschonend, trotzdem einfach zuzubereiten und unglaublich schmackhaft sind. Bei der Mengenberechnung sollte man bereits gut überlegen, wie viele Lebensmittel man wirklich braucht. Oft kalkuliert man zu viele Produkte ein und hat schlussendlich massenhaft Resten, welche in den Abfall wandern. Eine ausgereifte Planung verhindert solchen Foodwaste und somit unnötige Klimabelastungen. Ein weiterer effektiver Schritt ist ein Überdenken des Fleischanteils im Weihnachtsmenü. Wie wäre es, den Apéro und/oder die Hauptspeise bewusst vegetarisch oder vegan zu gestalten? Falls nicht auf Fleisch verzichtet werden will, so sollte doch wenigstens auf eine positive Bewertung durch Labelvorgaben geachtet werden. Dies gilt im Übrigen für alle verwendeten Lebensmittel.

© Satya Murthy [CC-BY-SA-3.0], via Flickr
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Erschien im Dezember 2015, aktualisiert Dezember 2016.