Mitten im Herbst wird es langsam Zeit den Garten winterfest zu machen. Je weniger man aufräumt, desto mehr profitieren die Tiere im Winter. Hier einige Informationen dazu. © pxhere.
Mitten im Herbst wird es langsam Zeit den Garten winterfest zu machen. Je weniger man aufräumt, desto mehr profitieren die Tiere im Winter. Hier einige Informationen dazu. © pxhere.

«Gartenabfälle» bieten zahlreichen Tieren Nahrung und Winterquartiere

  • Stefanie Wermelinger

Wenn die Tage kürzer werden, ist es Zeit, den Garten winterfest zu machen. Naturgärtner sind dabei klar im Vorteil: Wer seinen Garten naturnah gestaltet, spart jede Menge Arbeit und hilft außerdem noch Igeln, Insekten und Co. Hier finden Sie einige Tipps, was vor dem Winter getan werden sollte – oder nicht getan werden sollte.

«Gärten sind wichtige Rückzugsorte für viele Arten, die immer weniger Unterschlupf und Überwinterungsmöglichkeiten in unserer Kulturlandschaft finden», sagt NABU-Gartenexpertin Marja Rottleb. «Weniger aufräumen hilft Igeln, Siebenschläfern, Fledermäusen, Vögeln und Insekten gut über den Winter zu kommen. Und für Gärtner ist das sehr entspannend, weil man viel weniger Arbeit hat.»

Abgeblühte Pflanzen als Futterquelle für die Vögel stehen lassen

Wer Vögeln im Winter Futter bieten will, sollte abgeblühte Stauden und andere samentragende Pflanzen wie Sonnenblumen und Karden nicht abschneiden sondern stehen lassen. Das Rasenmähen kann man sich also ebenfalls ersparen. Auch die Hecken sollte man mit bedacht schneiden. Beispielsweise trägt der Weissdorn auch im Winter Beeren, die unter anderem von Drosseln und auch Mäusen verzehrt werden. Auch Fallobst auf der Wiese und Wildobst an den Sträuchern sollte bleiben – so finden gefiederte Gartenbewohner auch bei Minusgraden einen reich gedeckten Tisch vor. «Ein insektenfreundlicher Garten hält dazu ab und an auch ein überwinterndes Insekt für Vögel bereit», so Rottleb.

Der Weissdorn trägt bis in den Winter Beeren, die Vögeln und anderen Tieren als Nahrung dienen. © via pixnio.
Der Weissdorn trägt bis in den Winter Beeren, die Vögeln und anderen Tieren als Nahrung dienen. © via pixnio.

Laubhaufen als Winterquartier für Insekten und andere Tiere

Um den Sechsbeinern über die kalten Monate zu helfen, sollte ein Laubhaufen im Garten angelegt werden. Im wärmenden Laub sind Marienkäfer und Laufkäfer vor Kälte geschützt. Der Laubhaufen hilft jedoch nicht nur Insekten über den Winter. «Er ist der Allrounder unter den Winterquartieren. Erdkröten und Igel schätzen das Laub als Schutz gegen Kälte, insektenfressende Tiere als Nahrungsquelle», sagt die Gartenexpertin. Wer noch mehr für Igel tun will, kann ein Igelhaus bauen. Inspiration gibt es dazu beispielsweise von dem Verein Pro Igel Schweiz.

Ein Laubhaufen dient Tieren als Schutz vor der Kälte und auch. © Hans, via pixabay.
Ein Laubhaufen dient Tieren als Schutz vor der Kälte und auch als Nahrungsquelle für insektenfressende Tiere. © Hans, via pixabay.

Boden vor der Kälte schützen

Um den Boden, sprich die Beete vor der winterlichen Kälte zu schützen, empfiehlt es sich diese abzudecken. Dazu kann Laub verwendet werden oder auch Herbstgras (möglichst samenfrei) oder Stroh. Eine solche wärmende Schicht schützt die Pflanzen vor Frost und ist im gleichen Zug auch für die Insekten ein guter Ort, um zu überwintern.

Äste nach dem Baumschnitt auf einen Haufen legen

Im späten Herbst ist es Zeit die Pflanzen noch einmal zu schneiden. Beim Baumschnitt anfallende Äste und Reisig können ebenfalls zu einem Haufen aufgeschichtet oder als Benjeshecke angelegt werden. Am besten plaziert man die dickeren Äste zuunterst, so entstehen Hohlräume für die grösseren Tiere, wie zum Beispiel Mäuse. Darauf stapelt man dann die dünneren Äste und häuft zuoberst auch noch etwas Laub darüber. Damit der Asthaufen einen guten Schutz vor der Kälte abgiebt, sollte der Haufen etwa einen Meter hoch sein. So eine Totholzhecke bietet Schutz und Lebensraum für viele Insekten und andere Kleintiere. Vögel finden hier auch im Winter so manchen Leckerbissen mit sechs oder acht Beinen. Auch die zunehmend bedrohten Wildbienen überwintern in Hohlräumen von Pflanzen, zum Beispiel in Stängeln von Stauden. Viele Wildbienen leben allerdings nur ein Jahr lang und sterben im Sommer. Für diese Arten ist es wichtig, dass die Brutzellen, die sie im Boden oder ebenfalls in Pflanzenstängeln versteckt haben, den Winter überstehen und die Bienen im Frühjar dann schlüpfen können.

Äste und Stauden können zu einer Benjeshecke oder einem Haufen zusammengestragen werden. So bieten sie ein Winterquartier für viele Tiere. © Kamel15, via wikimedia commons.
Äste und Reisig können zu einer Benjeshecke oder einem Haufen zusammengestragen werden. So bieten sie ein Winterquartier für viele Tiere. © Kamel15, via wikimedia commons.

«Die Natur kennt keinen Abfall. Reisig, Laub, Fallobst, abgeblühte Stauden, die im Herbst anfallen, sind nahrhaft und nützlich für viele tierische Gartenbewohner», sagt Marja Rottleb. Wer sein Garten also naturnah gestalten will und die «Abfälle» liegen lässt, der spart jede Menge Arbeit. Der Spruch «weniger ist mehr» kann für einmal beim Wort genommen werden.

Im Garten gibt es viele verschiedene Winterquartiere für vershiedenste Tiere. © NABU.
Im Garten gibt es viele unterschiedliche Winterquartiere für verschiedenste Tiere. © NABU.

Weitere Tipps, wie sie den Garten möglichst nachhaltig winterfest kriegen, finden Sie hier.