In dem Dokumentarfilm «Welcome to Zwitscherland» macht Marc Tschudin auf humorvolle Art und Weise auf die Parallelen zwischen dem Schweizer Volk und den Schweizer Vögel aufmerksam. © Marc Tschudin.
In dem Dokumentarfilm «Welcome to Zwitscherland» macht Marc Tschudin auf humorvolle Art und Weise auf die Parallelen zwischen dem Schweizer Volk und den Schweizer Vögel aufmerksam. © Marc Tschudin.

Filmtipp: Welcome to Zwitscherland

  • Stefanie Wermelinger

Der Dokumentarfilm «Welcome to Zwitscherland» erzählt über die unglaubliche Vielfalt in der Schweiz. Eine Vielfalt, die so manches über das kleine Land und sein Volk verrät – über das gefiederte und das andere. Denn: Wie das Land, so die Vögel.

Mit fantastischen Bildern, bewegenden Momenten und einer guten Prise Humor gibt der Film «Welcome to Zwitscherland» von Marc Tschudin, einen Einblick in die Vogelwelt der Schweiz. Durch das leicht ironische Ziehen von Parallelen zwischen typisch schweizerischen Eigenheiten und dem Verhalten der Vögel lässt einem das Filmgeschehen immer wieder schmunzeln.

Eine Geschichte von Abschied und Ankommen

Er interessierte sich plötzlich für Vögel. Wieso für Vögel? Das konnte die unsichtbare Erzählerstimme in «Welcome to Zwitscherland» nie ganz nachvollziehen, obwohl sie ihm sehr nahestand. Nach seinem Tod verspürt sie den Wunsch sein Interesse für Vögel zu verstehen: Sie taucht ein in alte Aufzeichnungen, Erinnerungen und beginnt die Schweiz und ihr Federvolk in einem anderen Licht zu sehen.

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Symbolkraft pur: Matterhorn mit 
 typischem Bergler, dem Birkhuhn.
 Wer in der Schweiz Klischees sucht, 
 findet sie auch.
 © Marc Tschudin.

Von Vögeln, die in Aschenbecher, Briefkästen und Velokörben nisten

Aussergewöhnlich macht dieser Dokumentarfilm, dass nicht nur auf die Schweizer Vogelwelt eingegangen wird, sondern auch immer wieder Bilder von der landschaftlichen und kulturellen Vielfalt der Schweiz gezeigt werden. So wechseln sich Bilder von schwärmenden Zugvögeln ab mit Aufnahmen von donnernden Panzern, von auf Wellen schaukelnden Enten wird zu tanzenden Menschenmengen gewechselt und auf die trommelnden Spechte folgen Bildern von Alpaufzügen. Humorvoll wird so auf die Parallelen zwischen den Helvetischen Eigenheiten und dem Schweizer Federvieh hingedeutet. Sei es in Sache Tarnung, Revierverhalten, Schweizer Dialekten oder die Schweiz als Tourismusland – überall sind Parallelen in der Vogelwelt zu finden, die einem überraschen, begeistern und nachdenklich stimmen. Bilder von aus Türmen springenden Haubentaucher-Jungen (Bungee-Jumping ähnlich), Birkhühner, die vor dem Matterhorn um die Gunst der Weibchen kämpfen oder Vögel, die als Lösung auf das Problem der Wohnungsknappheit in den Städten in Aschenbecher, Briefkästen und Velokörben ihre Jungen aufziehen, machen den Film absolut sehenswert. Das Ganze wird von genialer Musik begleitet, die von Hip Hop Sound – im Rhythmus von trommelnden Spechten – bis hin zum Alphorn alles bietet.

Der Film ist ab dem 1. November schweizweit in verschiedenen Kinos zu sehen. Genauere Informationen finden Sie hier.

Marc Tschudin: Der gebürtige Basler wollte einst Archäologe oder aber Biologe werden; von Expeditionen in abgelegene Wüsten und Urwälder hatte er geträumt. Er entschied sich für das Biologie-Studium, das ihn schlussendlich in die Welt der Medien führte, vom Printjournalismus über die Fotografie zum Film. Das Besondere, das Irritierende oder gar Abgründige im Alltäglichen wollte er entdecken, kleine Dinge, die zu grossen Zusammenhängen führen, auch für seinen neusten Film war das der Antrieb. Welcome to Zwitscherland.
Aga - Trigon Film