Die Herstellung von Jeans verbraucht viele Ressourcen und schadet durch den Einsatz von Chemikalien den Arbeitern und der Umwelt. © Ricardo Gomez Angel, via unsplash.
Die Herstellung von Jeans verbraucht viele Ressourcen und schadet durch den Einsatz von Chemikalien den Arbeitern und der Umwelt. © Ricardo Gomez Angel, via unsplash.

Die Jeans-Produktion schadet unserem Planeten

  • Redaktion Naturschutz

In einer Mehrheit der Kleiderschränke ist sie zu finden: die Blue Jeans. Doch bei deren Herstellung werden Chemikalien freigesetzt, unter denen die Umwelt und auch die Arbeiter leiden. Zusätzlich werden Unmengen an Ressourcen für die Baumwollproduktion verbraucht. Dabei gibt es bereits nachhaltigere Herstellungsprozesse.

Die Wahrscheinlichkeit, dass Ihre Jeans im Kleiderschrank von Xintang, der «Welthauptstadt der Blue Jeans» in China kommt, ist gross. Jährlich werden dort mehr als 260 Millionen Jeans hergestellt und in die ganze Welt exportiert, wie Greenpeace berichtet. Dort werden die Chemikalien, welche für die Herstellung der Jeans benutzt werden freigesetzt, und vergiften und zerstören die Umwelt. Darunter nimmt auch die Gesundheit der Arbeiter Schaden. Dazu kommen der Verbrauch von Unmengen an Ressourcen, welche für die Produktion von Blue Jeans gebraucht werden. Inzwischen gibt es aber auch nachhaltig produzierte Jeans, mit dem Ziel Mensch und Umwelt zu schonen. Ladenzeile hat sich dem Thema gewidmet und stellt Fakten, Herstellungsprozesse und alternativen Methoden vor.

10’000 Liter Wasser für ein Kilo Baumwolle

Jeansmode ist ein zeitloser Klassiker und findet reißenden Absatz in jeglichen Formen und Farben. Doch das hat seinen Preis: Der Verbrauch von 35% der jährlichen Baumwollproduktion und der damit zusammenhängende Aufwand von 10’000 Liter Wasser für ein Kilo Baumwolle ist die besorgniserregende Realität, wie naturschutz.ch berichtete. Chemikalien und Pestizide machen Baumwollpflanzen resistenter und garantieren einen größeren Ertrag. Einen ausführlichen Bericht über die Herstellung, Entwicklung und den Umgang mit Baumwolle findet man im „Sustainable Cotton Ranking“ vom IWF. Das Färben und das Designen der Jeansmode verursachen zusätzlich gesundheitliche Probleme bei den Arbeitern, welche Konsument und Modeindustrie bis jetzt schweigend hingenommen haben. Glücklicherweise ist in den letzten Jahren das Bewusstsein für nachhaltige und faire Mode gestiegen und es wurden neue Wege beschritten, um Jeanskleidung umweltfreundlicher zu produzieren und diese bewusst zu konsumieren.

Nachhaltigere Alternativen sind bekannt

Die großen Fashion Labels und Hersteller könnten, wenn sie denn wollten, bereits heute den Einsatz von Pestiziden (um 60 – 80%) und Wasser (um 70%) drastisch reduzieren. Schädlingsresistente Baumwollpflanzen und der Anbau in geeigneteren Gebieten stellen dabei eine tolle Lösung dar. Auch die Stickstoff-Färbung ist eine weitere nachhaltige Möglichkeit, welche den für die blaue Jeans Farbe verantwortlichen Farbstoff «Indigo» natürlich konzentriert und so Chemikalien und Wasser einspart. Ansonsten ist es zu empfehlen, beim Kauf von Baumwollprodukten auf ein Fairtrade Label zu achten. Bei Fairtrade-Baumwolle wurden die ökologischen Auswirkungen reduziert und biologische Pflanzenschutzmittel gefördert. Zudem wird eine Pufferzone zu Gewässern gewährleistet, damit die Chemikalien nicht ins Wasser gelangen können.

Klicken Sie auf das Bild und sehen Sie die ganze Infographik zu dem Herstellungsprozess von Jeans.

Der Prozess der Jeans Herstellung verbraucht viele Ressourcen und Chemikalien. Nachhaltigere Alternativen gibt es! © Ladenzeile.
Der Prozess der Jeans Herstellung verbraucht viele Ressourcen und Chemikalien. Nachhaltigere Alternativen gibt es! © Ladenzeile.

Interessiert es Sie, wie nachhaltig Ihre Lieblings Kleidermarke ist? Auf dieser Seite können Sie es herausfinden.

Tipps und Tricks für Konsumenten:

  1. Jeanshosen haben vielen Leben. Wer seine Jeans im Second-Hand Laden kauft oder die eigene Jeans weitervererbt, tut bereits viel für die Umwelt.
  2. Die richtige Jeanspflege verleiht der Hose eine längere Lebensdauer und schützt den Käufer davor, sich ständig eine neue Hose zulegen zu müssen.
  3. Zerschlissene, alte Jeans nicht wegwerfen, denn sie kann wunderbar recycelt werden.
  4. Wer regional kauft, verringert den CO2-Ausstoß.