Der Erlenzeisig gehört in manchen Jahren zu den häufigsten Durchzüglern, der am EuroBirdwatch-Wochenende beobachtet wird. © Michael Gerber
Der Erlenzeisig gehört in manchen Jahren zu den häufigsten Durchzüglern, der am EuroBirdwatch-Wochenende beobachtet wird. © Michael Gerber

Das grosse Ziehen

  • Julia Hatzl

Im Herbst bietet die Natur ein besonderes und vielfältiges Schauspiel: Millionen von Zugvögeln durchqueren die Schweiz auf ihrem Weg in den Süden. Am ersten Oktoberwochenende werden in der ganzen Schweiz Zugvögel erspäht, bestimmt und gezählt. Die Bevölkerung ist dazu eingeladen, sich den Fachleuten der lokalen Sektionen von BirdLife Schweiz im Kanton Luzern auf der Rigi und der Ornithologischen Gesellschaft der Stadt Luzern auf dem Krienser Sonnenberg nzuschliessen, und während dem Beobachten viel Wissenswertes über den Vogelzug zu erfahren.

Während des Herbstzuges lohnt sich der Blick in den Himmel jeweils besonders: Neben beeindruckenden Schwarmformationen lassen sich mit etwas Glück auch immer wieder seltene Durchzügler, wie etwa den Fischadler, beobachten.

Am Wochenende vom 30. September und 1. Oktober  2017 laden BirdLife Luzern und die Ornithologische Gesellschaft der Stadt Luzern zum EuroBirdwatch ein. Auf dem Rigi und dem Krienser Sonnenberg stehen zahlreiche Fachleute mit Feldstechern und Fernrohren bereit, um gemeinsam mit Ihnen die vorbeiziehenden Vögel zu beobachten. Sie erklären, welche Vogelarten gerade vorbeiziehen, wie die Zugrouten verlaufen und wie die Vögel den Weg in ihre Winterquartiere finden. Es bietet sich ein Einblick in eine spannende Welt, die uns im hektischen Alltag oftmals verborgen bleibt.

Am EuroBirdwatch geht es allerdings nicht nur um das Beobachten und Zählen der Zugvögel. Der Anlass möchte auch das Bewusstsein um die Gefahren stärken, die den Vögeln auf ihrem Weg ins Winterquartier begegnen. Neben natürlichen Hindernissen wie den Alpen oder rauer Witterung spielt der Mensch hier auch eine entscheidende Rolle: Gemäss einem 2015 erschienenen, umfassenden Bericht von BirdLife International werden im Mittelmeerraum jährlich rund 25 Millionen Zugvögel illegal getötet. Viele davon landen auf dem Teller. Nicht selten wird die Vogeljagd jedoch auch als Sport betrieben. Daneben erschweren Trockenlegungen von Feuchtgebieten, Stromleitungen, Windräder und starke Nachtbeleuchtung den Zugvögeln die Reise in ihr Winterquartier.

Programm

 

Beobachtungsstand von BirdLife Luzern
30. September – 1. Oktober, jeweils ab 8 Uhr (bei trockenem Wetter), Alp Schild am Panoramaweg zwischen Schild und Würzestock auf der Rigi

Beobachtungsstand der Ornithologischen Gesellschaft der Stadt Luzern
30. September (Ausweichdatum bei schlechtem Wetter: 1. Oktober), 7 bis 17 Uhr, Sonnenberg/Kriens, beim höchsten Punkt des Schwyzerhüsliwegs zwischen Gabeldingen und Schwyzerhüsli

Der jährlich stattfindende EuroBirdwatch lockt in der Schweiz regelmässig mehrere tausend Besucherinnen und Besucher an. In den insgesamt 36 teilnehmenden Ländern des letzten Jahres nutzten rund 24’000 Zugvogelbegeisterte das reichhaltige Angebot an Aktivitäten. Dabei wurden fast 6 Millionen Vögel auf ihrem Zug beobachtet. Alleine in der Schweiz zählten die rund 3’000 Teilnehmenden am EuroBirdwatch-Wochenende 2016 über 50’000 Zugvögel. Die Ergebnisse des diesjährigen EuroBirdwatch werden in der Woche darauf unter www.birdlife.ch/ebw publiziert.