Das Buch über die Fischotter zeigt mit faszinierenden Bilder und spannenden Texten die Welt rund um die Fischotter. © Haupt Verlag.
Das Buch über die Fischotter zeigt mit faszinierenden Bilder und spannenden Texten die Welt rund um die Fischotter. © Haupt Verlag.

Buch-Tipp: «Der Fischotter. Ein heimlicher Jäger kehrt zurück»

  • Stefanie Wermelinger

Das Buch «der Fischotter. Ein heimlicher Jäger kehrt zurück» nimmt einem mit auf eine spannende Reise von der Evolution des Otters, zu seinem Erscheinungsbild und seiner Lebensweise bis hin zu dem Gefahren, die dem Ottern früher und auch heute noch von Seiten der Menschen drohen.

Im 19. Jahrhundert noch weit verbreitet wurde der Fischotter in weiten Teilen Mitteleuropas durch Jagt, Zerstörung von Lebensräumen und dem Einsatz von Pestiziden ausgerottet. So auch in der Schweiz. Nun aber kehrte der Fischotter vor knapp einem Jahrzehnt selbständig wieder in die Schweiz zurück. Das Buch «der Fischotter» erzählt mit spannenden Texten und fesselnden Bildern, die Geschichte des Otters in Europa und macht auf die Gefahren aufmerksam, auf die der heimlichen Jäger in kürzlich wiederbesiedelten Gebieten stösst.

Menschlicher Einfluss wird durchleuchtet

Insgesamt fünfzehn Kapitel und 256 Seiten widmen die beiden Autoren Irene Weinberger und Hansjakob Baumgartner dem Fischotter. Dabei wird nicht nur die Biologie des Fischotters beschrieben. Das Buch geht weiter und gibt eine ausführliche Übersicht auf die Geschichte des Fischotter: Seinen Ursprung, seine beinahe Ausrottung bis hin zur Renaissance des Tieres. Dabei wird ein Augenmerk auf den menschlichen Einfluss auf den Fischotter gelegt. Wie der Mensch zu seiner fast Ausrottung beigetragen hat und wie Organisationen und Private die Tiere heute an vielen Orten schützen und fördern. Dabei lässt das Buch auch nicht aus, dass der Fischotter durchaus zu Problemen führen kann und widmet sich beispielsweise der Frage, ob Fischotter bereits ausgedünnte Fischbestände zusätzlich gefährden.

70’000 Haare pro Quadratzentimeter

Durch eine gute Mischung aus Bildern und Texten vermag es das Buch, die Aufmerksamkeit des Lesers zu halten. Rund 145 Abbildungen lockern die Textpassagen auf. Viele spannende Informationen lassen sich auch aus den angefertigten Karten und Grafiken herauslesen. Wussten Sie zum Beispiel, dass ein Eurasischer Fischotter circa 70’000 Haare pro Quadratzentimeter hat? Eine Zahl, die man sich kaum vorstellen kann. Im Vergleich dazu: Der Mensch hat durchschnittlich nur gerade etwa 200 Haare pro Quadratzentimeter. Wie es diese Vielzahl an Haare vermögen, dass Wasser von der Haut fernzuhalten, wird in einfachen, verständlichen Worten erklärt. Diese Art des Erklärens zieht sich durch das ganze Buch. An sich trockene Fakten werden mit Bildern untermauert und in einem einfachen Text anschaulich beschrieben.

Für Fischotter-Liebhaber und Interessierte ist das Buch «Der Fischotter. Ein heimlicher Jäger kehrt zurück» absolut lesenswert. Auch Naturschützer lernen viel Neues und zwar nicht nur über die Biologie des Eurasischen Fischotters, sondern auch über die Ökologie – das Buch bietet einen super Überblick über den aktuellen Wissensstand über die Tiere.

Herausgegeben wurde das Buch beim Haupt Verlag und ist für 48.00 Franken direkt beim Haupt Verlag und im Buchhandel erhältlich.

Über die Autoren:
Irene Weinberger ist Biologin. In ihrer Doktorarbeit an der Universität Zürich untersuchte sie die Lebensraumansprüche von Fischottern im Alpenraum. Seit 2016 leitet sie die Geschäftsstelle der Stiftung Pro Lutra.

Hansjakob Baumgartner studierte Zoologie und arbeitet als Wissenschaftsjournalist mit den Spezialgebieten Biologie einheimischer Arten, Naturschutz, Ökologie und Umweltschutz. Er war Co-Autor des im Haupt Verlag erschienenen Buchs «Der Wolf – ein Raubtier in unserer Nähe».