Ein wichtiger Zugvogelrastplatz an der Adria-Ostküste soll Bauland werden.
Das Videomaterial, welches Mitarbeiter des Komitee gegen den Vogelmord im Oktober in den Bergen Norditaliens aufgenommen haben, schockiert Vogelfreunde in ganz Europa: Es dokumentiert ein Zugvogel-Massaker auf einem für den Vogelzug bedeutendem Gebirgspass, an dem über 100 Jäger beteiligt waren. Binnen kurzer Zeit fielen Tausende Schüsse, die Jäger feuerten rücksichtslos in die Vogelschwärme – Schrotkugeln und tote Vögel prasselten auf die anwesenden Naturfreunde nieder. Ziel der wilden Schiesserei waren europaweit geschützte Finken und Pieper, die von den lokalen Behörden illegal zum Abschuss freigegeben worden waren.
Freiwillige Mitarbeitende der Schweizerischen Vogelwarte beobachten diesen Herbst so viele Kraniche wie noch nie. Die imposanten Vögel wurden wahrscheinlich durch Winde von ihrer üblichen Zugroute abgebracht.
Wer schon einmal versucht hat, Tausend Kilometer mit dem Auto zu fahren, ohne unterwegs zu tanken oder sich auszuruhen, weiss, dass das unmöglich ist. Doch dies ist genau das Szenario, dem Zugvögel auf ihrem Weg zwischen Brutplatz und Winterquartier oft ausgesetzt sind. Denn immer mehr Vogellebensräume sind in den letzten Jahrzehnten zerstört worden. Somit fehlen auch die überlebenswichtigen Rastgebiete entlang der Zugstrecken. Und in den wenigen noch verbliebenen Feuchtgebieten warten schon die Vogeljäger, um die erschöpften Tiere gnadenlos abzuschiessen.
Der herbstliche Vogelzug 2011 neigt sich dem Ende zu. Jetzt liegen erste Daten aus der Forschungsstation der Schweizerischen Vogelwarte vor: Auf dem Col de Bretolet auf der Grenze zu Frankreich haben Forschende in diesem Herbst insgesamt über 16‘000 Vögel beringt und wieder frei gelassen.
Es ist Herbst und die Zugvögel sind auf dem weg in ihre Überwinterungsgebiete in den warmen Süden. Auf dem langen Weg der Zugvögel lauern viele Hindernisse. Immer mehr Gefahren sind vom Menschen verursacht wie zum Beispiel illegaler Abschuss, Vogelfang und das Schwinden von Lebensräumen. Auch der Klimawandel setzt unseren Zugvögeln zu. Da es immer trockener wird, fehlt es zunehmend an Nahrung.
So viele Anlässe wie noch nie erwarteten die interessierten Besucher am diesjährigen Internationalen Zugvogeltag EuroBirdwatch 2011. Das Angebot der lokalen Sektionen des Schweizer Vogelschutzes SVS/BirdLife Schweiz wurde rege genutzt: An den 65 Beobachtungs- und Informationsständen in der ganzen Schweiz fanden sich insgesamt 5’382 Personen ein, um sich vom Phänomen Vogelzug begeistern zu lassen.
Neuigkeiten von den vom Naturhistorischen Museum Fribourg besenderten Schweizer Rotmilanen.
Wie hat sich die Landnutzung aus der Vogelperspektive verändert? Unter diesem Motto steht der diesjährige Weltzugvogeltag am 14. und 15. Mai. Weltweit sind Zugvögel durch die veränderte Landnutzung bedroht. Dramatisch verschlechtert hat sich die Situation an der Ostküste der Adria von Slowenien über Kroatien und Montenegro bis nach Albanien. In dem schmalen Küstenstreifen sind in den letzten 60 Jahren 75 Prozent der Feuchtgebietsflächen durch Trockenlegung, intensive Landwirtschaft und Tourismus stark beeinträchtigt oder ganz zerstört worden.
Am vergangenen Wochenende beobachteten in der Schweiz 6’543 Personen an 56 Beobachtungsständen des Schweizer Vogelschutzes SVS/BirdLife Schweiz das Zugspektakel. Die Fachleute zählten gut 400’000 durchziehende Vögel in der Schweiz.