Der Steinadler ist als Charaktervogel der Berge bekannt. In den Alpen nistet er seit Menschengedenken meist im Bereich der Waldgrenze und jagt in den offenen alpinen Matten vorwiegend Murmeltiere. Doch auch im Jura brütete der Steinadler regelmässig bis ins 19. Jahrhundert. Vor etwa 150 Jahren wurden die letzten Vögel dort erlegt. 2009 brütete nun erstmals wieder ein Steinadlerpaar im schweizerischen Jura.
Dieses Frühjahr brüteten im Engadin nur gut die Hälfte der Steinadlerpaare, in den Südalpen gar nur ein Drittel. Und dies trotz eines grossen Nahrungsangebots, denn die vielen Opfer des harten Winters 2008/09 unter den Gämsen, Steinböcken und Rothirschen bescherten den Adlern einen reich gedeckten Tisch. Grund für den geringen Bruterfolg: Jungadler, von Fallwild angelockt, stressen die Brutpaare und sind damit Teil einer natürlichen Geburtenkontrolle.