Mitten im zweitältesten und grössten Nationalpark Mazedoniens will die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (engl.: EBRD) den Bau eines grossen Staudamms zur Stromgewinnung fördern. Der Mavrovo-Nationalpark ist durch das Projekt „Boskov Most“ massiv bedroht. Die internationale Naturschutzstiftung EuroNatur fordert die EBRD deshalb auf, ihre Darlehenszusage an den mazedonischen Stromerzeuger ELEM für das Wasserkraftwerk im Nationalpark zurückzunehmen. „Grosse Infrastrukturmaßnahmen wie Boskov Most führen den Nationalpark ad absurdum. Mazedonien strebt zwar den Beitritt zur Europäischen Union an. Parallel wird das europäische Naturschutzrecht durch die Genehmigung derartiger Projekte aber mit Füssen getreten. Die durch das Staudamm-Projekt verursachten Eingriffe in das Schutzgebiet sind keinesfalls mit dem Status als Emerald-Schutzgebiet und künftigem Teil des Natura-2000-Netzwerks vereinbar“, sagt EuroNatur-Geschäftsführer Gabriel Schwaderer. Gemeinsam mit einer Koalition aus sechs mazedonischen Nicht-Regierungsorganisationen ruft EuroNatur die mazedonische Regierung auf, das naturzerstörerische Projekt zu stoppen.
Die Umweltschutzorganisation WWF begrüsst die gemeinsame Entscheidung von Laos, Thailand, Kambodscha und Vietnam, den Bau des geplanten Staudamms in Laos vorerst nicht zu beginnen. Die in der Mekong-Flusskommission vertretenden Länder haben im Zuge des gegenseitigen Konsultationsmechanismus für Staudammbauten am Hauptstrom des gemeinsamen Flusslaufes erklärt, dass die derzeitig vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnisse über die Folgen des geplanten Staudammes nicht ausreichend untersucht seien.
Wenige Tage vor der entscheidenden Sitzung warnt der WWF eindringlich vor den verheerenden Folgen des Baus eines Staudamms am Mekong. Der WWF fordert die zuständigen Minister von Laos, Thailand, Kambodscha und Vietnam auf, die Planungen des laotischen Wasserkraftprojektes Xayaburi am Mekong zu stoppen. Die Minister kommen in der kommenden Woche zusammen, um über das Projekt zu entscheiden. Die bisherigen Planungen wurden von den Anrainerstaaten im April als völlig unzureichend und unvollständig bewertet, weswegen sie dem Projekt bisher ihre erforderliche Zustimmung verweigert und die Entscheidung auf Ministerebene verschoben haben.
Der WWF fordert für Infrastrukturprojekte, wie etwa Stauanlagen oder Wasserkraftwerke weltweite, strengere Nachhaltigkeits-Standards. Eine am Donnerstag in Bonn vorgestellte WWF-Studie betont, dass die Identifizierung und Priorisierung von wichtigen und lebensnotwendigen Gewässersystemen unumgänglich sei, um eine naturverträgliche Nutzung von Feuchtgebieten, Seen und Flüssen zu ermöglichen. Ausserdem müssten „No-Go-Areas“ für Bauvorhaben in ökologisch besonders wertvollen Regionen ausgewiesen werden. Nutzungen von Gewässern ausserhalb der höchsten Schutzkategorie müssten zukünftig strenge Nachhaltigkeitskriterien erfüllen, so die Forderungen des WWF.
Die Regierungen von Laos, Kambodscha und Thailand planen, elf grosse Staudämme im Mekong zu errichten. Der Fluss ist die Lebensader Südostasiens. Die Dämme hätten verheerende Folgen für das Ökosystem und die Menschen. So könnten die Fische ihre jährlichen Wanderungen nicht mehr fortsetzen. Millionen Menschen entlang des Mekong aber leben vom Fischfang. Sie würden ihre Nahrungsquelle und ihr Einkommen verlieren. Deshalb lehnen sie die Staudämme ab und bitten um unsere Hilfe.
Geplante Staudämme könnten zur Ausrottung des Riesen-Stachelrochens führen, schreibt der WWF Schweiz. Der Riesen-Stachelrochen lebt im Mekong-Fluss in Südostasien und ist einer der grössten Süsswasserfische der Welt. Im Mekong-Fluss gibt es aber noch weitere sechs Riesenfische, wie zum Beispiel der Mekong-Riesenwels und der Vielfrass-Haiwels.
Die Erklärung von Bern (EvB) und die internationale “Stop-Ilisu-Kampagne” gratulieren Bundesrat und Exportrisikoversicherung zum Entscheid, endlich aus dem Ilisu-Staudammprojekt auszusteigen und freuen sich über ihren wichtigen Sieg. Denn erstmals in der 65-jährigen Geschichte der Schweizer Exportversicherung (SERV) wurde eine bereits bewilligte Bürgschaft wieder gekündigt. Dies lässt hoffen, dass soziale und ökologische Verantwortung bei der SERV künftig von vornherein stärker gewichtet werden.
Die europäische Ilisu-Kampagne ist hoch erfreut über die Ankündigung Deutschlands, nach einer Frist von 180 Tagen aus dem türkischen Ilisu-Staudammprojekt auszusteigen. Da diese Entscheidung im Konsens der drei Vertragsstaaten gefallen ist, wird eine entsprechende Ankündigung durch die Schweiz und Österreich in Kürze erwartet. Auch die Erklärung von Bern (EvB) und die Gesellschaft für bedrohte Völker [...]
Im März 2007 entschied der Bundesrat, die am Bau des umstrittenen Ilisu-Staudamms in Ostanatolien (Türkei) beteiligten Schweizer Firmen mit einer Exportgarantie von 225 Millionen Franken zu unterstützen. Daran knüpften die Exportversicherungen der Schweiz, Deutschlands und Österreichs jedoch 150 Auflagen, die gewährleisten sollen, dass die 55 000 betroffenen Menschen nach internationalen Standards umgesiedelt und wichtige Massnahmen [...]
Anlässlich des Treffens von Wirtschaftsministerin Doris Leuthard mit ihrem deutschen und österreichischen Kollegen vergangenen Samstag erneuert die Erklärung von Bern (EvB) ihre Forderung: “Der Bundesrat muss seine Exportrisikogarantie für den geplanten Ilisu-Staudamm spätestens jetzt zurückziehen, sonst macht er sich und seine Auflagenpolitik unglaubwürdig”, schreibt die Organisation. Am 17. Mai erinnerten die drei Minister im österreichischen [...]