Das Jahr 2011 brachte der Biodiversität noch immer keine Verbesserung, aber immerhin einige Versprechen für die Zukunft. Allen voran die Strategie Biodiversität Schweiz, welche der Bundesrat mit fünfzehnjähriger Verspätung im Herbst im Entwurf vorlegte. Er gibt damit das Versprechen ab, endlich mehr gegen den nicht enden wollenden Biodiversitätsverlust zu tun. Gesamthaft ist die Bilanz des Schweizer Vogelschutzes SVS/BirdLife Schweiz zum Biodiversitätsjahr 2011 verhalten positiv.
Darauf hat die Schweiz seit 1995 gewartet: dass der Bundesrat endlich eine griffige Biodiversitätsstrategie vorlegt, um dem anhaltend starken Verlust an biologischer Vielfalt wirksame Massnahmen entgegenzuhalten. Der Schweizer Vogelschutz SVS begrüsst den Entwurf der Strategie Biodiversität Schweiz als wichtigen Schritt in die richtige Richtung.
Der Biodiversitätsverlust in der Schweiz ist gross. Das zeigt eine neue Analyse des Schweizer Vogelschutzes SVS/BirdLife Schweiz. Der Steinkauz ist eines der Beispiele, die untersucht wurden: In den letzten gut fünfzig Jahren ist der Bestand der kleinen Eule in der Schweiz auf einen minimen Rest zusammengebrochen. Dank aufwändigen Schutzmassnahmen starb der Steinkauz nicht ganz aus und nimmt auf sehr tiefem Niveau sogar wieder zu. Das zeigt, dass es sich auch in fast aussichtlosen Situationen lohnt, für die Biodiversität zu handeln, dass aber ein rechtzeitiger Schutz der Biodiversität sicher kostengünstiger ist.
So viele Anlässe wie noch nie erwarteten die interessierten Besucher am diesjährigen Internationalen Zugvogeltag EuroBirdwatch 2011. Das Angebot der lokalen Sektionen des Schweizer Vogelschutzes SVS/BirdLife Schweiz wurde rege genutzt: An den 65 Beobachtungs- und Informationsständen in der ganzen Schweiz fanden sich insgesamt 5’382 Personen ein, um sich vom Phänomen Vogelzug begeistern zu lassen.
Im Herbst durchqueren Millionen von Zugvögeln die Schweiz auf ihrem Weg in den warmen Süden. An einem der 62 Beobachtungsstände der lokalen Sektionen des Schweizer Vogelschutzes SVS/BirdLife Schweiz lässt sich dieses Spektakel am ersten Oktoberwochenende besonders gut mitverfolgen. Feldstecher und hilfsbereite Fachleute stehen für die interessierten Besucher bereit!
An der 10. Vertragsstaatenkonferenz der Biodiversitätskonvention (CBD COP 10) im japanischen Nagoya laufen die Verhandlungen intensiv. Lösungen zu den grossen offenen Fragen sind bisher nicht in Sicht.
Am vergangenen Wochenende beobachteten in der Schweiz 6’543 Personen an 56 Beobachtungsständen des Schweizer Vogelschutzes SVS/BirdLife Schweiz das Zugspektakel. Die Fachleute zählten gut 400’000 durchziehende Vögel in der Schweiz.
Am Samstag, 22. Mai, ist der internationale Tag der Biodiversität. Auch in der Schweiz ist die Naturvielfalt stark zurückgegangen. Rund die Hälfte der einheimischen Tiere und ca. ein Drittel der Pflanzen sind gefährdet oder vom Aussterben bedroht.
Weltweit haben die Regierungen das Ziel, den Biodiversitätsverlust zu reduzieren, klar verfehlt. Die Verarmung und der Verlust der Vielfalt der Lebensräume, Arten und Gene geht weiter.
Die Kantone Waadt, Neuenburg und Freiburg können teilweise die von ihnen verlangten Massnahmen umsetzen, um im Vogelschiutzgebiet Fanel am Neuenburgersee die Kormorankolonie zu regulieren. Das Bundesverwaltungsgericht entschied am 20. April 2010, dass der Entzug der aufschiebenden Wirkung teilweise gerechtfertigt sei.