Die Zusammenarbeit von Forschung und Landwirtschaft beweist: Die Produktion von hochwertigen Nahrungsmitteln und die Erhaltung und Förderung der Biodiversität lassen sich bestens vereinen. Mit der Schaffung von Lebensräumen für anspruchsvollere Tier- und Pflanzenarten verbessern Landwirte aber auch ihr Einkommen. Eine gesamtbetriebliche Beratung ist dabei entscheidend, um Defizite bei der Biodiversität in der Landwirtschaft zu beheben.
In einer Langzeitstudie ist die Schweizerische Vogelwarte Sempach der Frage nachgegangen was die ökologische Aufwertung von landwirtschaftlichen Flächen für die Biodiversität bringt. Seit 1993 wurden in der Rheinebene bei Altstätten, Kanton St. Gallen zahlreiche Flächen ökologisch aufgewertet. Auf den aufgewerteten Flächen war die Entwicklung bei der Artenzahl der Kulturlandarten sowie bei deren Beständen positiv, während auf den intensiv genutzten Kulturlandflächen eine fortschreitende Verarmung festgestellt wurde.
Jährlich zahlt der Bund 200 Millionen für ökologische Ausgleichsmassnahmen in der Landwirtschaft. Trotz diesen Bemühungen verschwinden immer mehr Tier- und Pflanzenarten.
Beinahe wäre das Rebhuhn in der Schweiz ausgestorben. Nach jahrelangem Einsatz durch die Schweizerische Vogelwarte Sempach und den Kanton Genf ist westlich von Genf im Landwirtschaftsgebiet dank umfangreichen ökologischen Aufwertungen ein attraktiver Lebensraum entstanden. In der Champagne genevoise soll nun wieder ein Bestand von Rebhühnern aufgebaut werden. Den Grundstock bilden junge gezüchtete Rebhühner, die im Herbst freigelassen werden.