Diesen Sommer wuchs in der Schweiz ausgewilderter Gentech-Raps. Dies zeigt eine Untersuchung von zwei Wissenschaftlern sowie eine Studie des Bundesamts für Umwelt Bafu. Es ist davon auszugehen, dass dies nur die Spitze des Eisbergs ist. Rapssamen überleben im Boden über viele Jahre. Die Freisetzung in die Umwelt von genmanipuliertem Raps ist in der Schweiz und in Europa verboten. Das Bafu muss rigorose Massnahmen umsetzen, um eine weitere Verunreinigung womöglich auch von Schweizer Ackerflächen zu stoppen.
Der Biodiversitätsverlust in der Schweiz ist gross. Das zeigt eine neue Analyse des Schweizer Vogelschutzes SVS/BirdLife Schweiz. Der Steinkauz ist eines der Beispiele, die untersucht wurden: In den letzten gut fünfzig Jahren ist der Bestand der kleinen Eule in der Schweiz auf einen minimen Rest zusammengebrochen. Dank aufwändigen Schutzmassnahmen starb der Steinkauz nicht ganz aus und nimmt auf sehr tiefem Niveau sogar wieder zu. Das zeigt, dass es sich auch in fast aussichtlosen Situationen lohnt, für die Biodiversität zu handeln, dass aber ein rechtzeitiger Schutz der Biodiversität sicher kostengünstiger ist.
Die Schweiz muss ihre landwirtschaftliche Produktion ökologischer gestalten. Ein beachtliches Verbesserungspotential liegt in einer konsequent graslandbasierten Milch- und Rindfleischproduktion. Der steigende Kraftfuttereinsatz bei Wiederkäuern ist ökologisch nicht vertretbar und nicht artgerecht. Im Rahmen der Weiterentwicklung des Direktzahlungssystems braucht es jetzt dringende Anpassungen. Landwirtschaftsbetriebe mit wenig bis gar keinem Kraftfuttereinsatz und ökologischerer Gründlandbewirtschaftung sollen mehr Unterstützung erhalten. Die Umweltorganisation Greenpeace fordert den Bundesrat in ihrer Stellungnahme zur Agrarpolitik 2014-17 auf, entsprechende Massnahmen zu erarbeiten.
Die Bio-Offensive will der Schweizer Landwirtschaft Wertschöpfung sichern und insbesondere den Bioackerbau fördern. Neu stehen in der Deutschschweiz 20 Bio-Referenzbetriebe zur Verfügung, auf welchen am Biolandbau interessierte Landwirtinnen und Landwirte unverbindlich Bioluft schnuppern können. In der Westschweiz läuft das Projekt “Bio-Referenzbetriebe” seit einem Jahr.
Noch bis Ende Juni läuft die Vernehmlassung zur neuen Agrarpolitik. Grosser Streitpunkt: die Direktzahlungen. KAGfreiland, die schweizerische Nutztierschutz-Organisation, verlangt, dass in Zukunft die Direktzahlungen gezielt für tierfreundliche Ställe und für Auslaufhaltung eingesetzt werden. Die konventionelle Munimast, weil tierwidrig, soll keine Direktzahlungen mehr erhalten. Hingegen soll es neu Direktzahlungen für tierfreundlich gehaltene Kühe mit Hörnern geben, fordern 15 Organisationen mit total 550’000 Mitgliedern. Auch Der Schweizer Tierschutz STS kritisiert den Entwurf des Bundesrats für die Agrarpolitik 2014 – 2017 und fordert klare Nachbesserungen zur Förderung des Tierwohls.
In der Vernehmlassung zur Agrarpolitik 2014-17 schlägt der Bundesrat die Abschaffung der pauschalen Tierbeiträge vor. Dieser wichtige Schritt für eine naturnahe Landwirtschaft trägt dazu bei, dass der Druck auf gefährdete Arten wie Braunkehlchen und Feldlerchen etwas abnimmt. Andernfalls schreitet die Verarmung der Wiesen auch im Berggebiet weiter fort.
Der Klimawandel ist zugleich Herausforderung und Chance für die Schweizer Landwirtschaft. Sich anzupassen und gleichzeitig die Emission von Treibhausgasen zu verringern ist ein langfristiger Prozess, für den es Anstrengungen aller Akteure rund um die Land- und Ernährungswirtschaft braucht. Die Klimastrategie des Bundesamtes für Landwirtschaft (BLW) soll helfen diese ambitiösen Ziele zu erreichen.
Bäume verschwinden mehr und mehr von bewirtschafteten Wiesen und Äckern. Dabei ist die Kombination von Forst- und Ackerbau nicht nur umweltfreundlich, sondern kann sogar rentabel sein. Um Nutzen und Vorteile bekannter zu machen, haben die Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon ART und AGRIDEA nun die Interessengemeinschaft “Agroforst” gegründet.
Auf Initiative der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz, der Burgergemeinden Lens und Icogne wird die Grand Bisse de Lens wieder auf ihrer ganzen Strecke von Wasser durchflossen. Dem beeindruckenden Lauf das Wasserkanals kann auf dem neu erstellten Fussweg um den Hügel Châtelard herum gefolgt werden. Nach drei Jahren harter Arbeit fand am Samstag, 21. Mai 2011 die offizielle Einweihung statt.
Stickstoff ist als Dünger in der Landwirtschaft unverzichtbar. Doch er hat neben der “guten” auch eine “schlechte” Seite: so genannte reaktive Stickstoffverbindungen, die von Industrie, Verkehr und Landwirtschaft freigesetzt werden, schädigen die Umwelt. Beispielsweise beeinträchtigt aus Äckern ausgewaschenes Nitrat die Qualität des Grundwassers, Lachgas aus dem Boden heizt das Klima auf, und Ammoniak aus der Tierhaltung trägt zur Feinstaubbildung in der Luft bei.