Kletterer gelten als naturverbunden. Unproblematisch ist die Ausübung ihrer Sportart für die Natur jedoch nicht. Wie Wissenschaftler der Universität Regensburg nachweisen konnten, hat das Klettern negative Folgen für die Verbreitung und die genetische Struktur von seltenen Pflanzen in Bergregionen.
Ein internationales Forscherteam, unter Leitung des Wasserforschungsinstituts Eawag und des Naturhistorischen Museums Bern geht den Alpen- und Alpenrand-Seen im wahrsten Sinne auf den Grund. Systematisch wie nie zuvor werden im “Projet Lac” die Fischbestände wissenschaftlich erfasst. Bereits die ersten Untersuchungen – im Murtensee – haben Resultate zu Tage gefördert, die aus den bisher verwendeten Statistiken der Fischer nicht abgelesen werden konnten.
Ein Professor der Universität Freiburg und Wissenschaftler des CABI, einer internationalen Organisation für Forschung und Entwicklung in den Bereichen Landwirtschaft und Umwelt, sind besorgt über die Verbreitung der Ambrosia in Europa. Im Anschluss an eine vom nationalen Forschungsschwerpunkt Plant Survival unterstützte Studie schlagen sie Massnahmen mit natürlichen Mitteln zur Bekämpfung dieser invasiven Pflanze vor, die beim Menschen heftige Allergien auslösen kann. Zu den vielversprechendsten Massnahmen, die in der spezialisierten Zeitschrift Weed Research erschienen sind, gehören sechs Insektenarten , die sich hauptsächlich von Pollen und Samen der Ambrosia ernähren.
Das Verschwinden der Wölfe, Löwen, Haie und anderer grosser Raubtiere gehört zu den grössten Umwälzung des Ökosystems Erde, die der Mensch ausgelöst hat. Das behaupten 24 internationale Forscher in der Zeitschrift “Science”. Nicht nur der Rückgang dieser Tiere ist grösser als bisher angenommen, sondern auch deren Bedeutung. Fehlt die Spitze der Nahrungspyramide, ändern sich Kreisläufe ganzer Ökosysteme, zudem werden Katastrophen, Waldbrände, Arteninvasionen und Seuchen häufiger.
In den vergangenen 30 Jahren wurden der Stiftung Fledermausschutz aus der Stadt Zürich mehrere Hundert in Wohnungen verirrte, erschöpfte oder verletzte Fledermaus-Findlinge übergeben. Dabei handelte es sich um 15 verschiedene Fledermausarten, was der Hälfte der in der Schweiz vorkommenden Fledermausarten entspricht. Die Stadt Zürich ist ein Hotspot der Fledermaus- Biodiversität, doch nur einige wenige Arten wurden häufig gefunden, viele nur ab und zu und beispielsweise von der Mopsfledermaus nur gerade ein einziges Exemplar. Ein Forschungsprojekt soll nun mit High-Tech-Methoden den aktuellen Bestand erfassen. Die Bevölkerung ist zur Meldung von Fledermausverstecken aufgerufen.
Landwirte, die vorbeugend Insektizide gegen Blattläuse spritzen, erzielen damit nur kurzfristig einen Effekt. Auf längere Sicht tummeln sich auf ihren Äckern sogar mehr Läuse als auf unbehandelten Flächen. Das berichten Forscher vom Biozentrum der Uni Würzburg in der Zeitschrift PLoS One.
Wintersport abseits der Pisten boomt – mit Folgen für die alpine Wildfauna. Ein neues Modell ermöglicht nun eine räumliche Vorhersage des Wildtier-Mensch-Konflikts. Für das Birkhuhn sind seine Auswirkungen alarmierend: Zwei Drittel des Lebensraums sind durch “Freeride”-Aktivitäten gestört. Das Modell bietet aber gleichzeitig auch eine Lösung des Konflikts: Es ermöglicht eine sorgfältige und effiziente Planung von geeigneten Winterruhezonen.
Grosse solarthermische Anlagen in Afrika, Offshore-Windparks in der Nordsee, Photovoltaik-Kraftwerke im Süden und die vielen dezentralen Anlagen in Mitteleuropa sollen künftig einen grossen Teil unseres Stroms liefern. Damit aber der Umstieg auf regenerative Energien gelingt, müssen noch einige Herausforderungen gemeistert werden. In dem jetzt gestarteten Zukunftsprojekt “Supergrid” arbeiten Fraunhofer-Forscher an Komponenten, um Strom verlustarm zu speichern und zu verteilen.
Die Zukunftserwartungen an die Nanotechnologie sind hoch. Sie bringt Materialien mit neuartigen Eigenschaften hervor, gilt als energiesparend und ressourcenschonend. Da die meisten Produkte aber erst kurze Zeit im Umlauf sind, herrscht Unklarheit über die Langzeiteffekte auf Mensch und Umwelt. Um Risiken angemessen beurteilen zu können, müssen bestehende Richtlinien zur Prüfung von Chemikalien ergänzt und angepasst werden, so das Plädoyer der Forschergruppe “Aquatische Ökotoxikologie” um Prof. Jörg Oehlmann in der aktuellen Ausgabe von “Forschung Frankfurt”. Im Rahmen eines von der OECD geförderten Projekts überprüft seine Gruppe, welche Auswirkungen Nanopartikel aus Silber und Titandioxid auf wirbellose Tiere in aquatischen Ökosystemen haben.
In einer neuen Studie zeigen Meeresbiologen des Kieler Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) zusammen mit Kollegen aus sechs Ländern, dass das komplizierte Geflecht von Wechselwirkungen innerhalb eines Ökosystems schon kleine Umweltveränderungen innerhalb kurzer Zeit zu drastischen Folgen verstärken kann.