Die Schweiz verfehlt ihre Kyoto-Verpflichtung über die Jahre 2008 bis 2012 um knapp eine Million Tonnen CO2 pro Jahr. Damit die Schweiz die Ziele des CO2-Gesetzes und des Kyoto-Protokolls dennoch erreicht, soll die Stiftung Klimarappen zusätzliches CO2 einsparen. Dies u.a. durch den Zukauf von ausländischen Emissionszertifikaten. Der WWF Schweiz ist enttäuscht: “Diese Politik ist ärgerlich, unehrlich und unverständlich.”
Die in der Schweiz verkauften Neuwagen stossen nach wie vor übermässig viel CO2 aus. Dies zeigt der neueste Vergleich mit den Statistiken des europäischen Dachverbands Transport & Environment (T & E): Im Vergleich mit der EU 27 hinkt die Schweiz weit hinterher und würde auf dem drittletzten Platz der Rangliste aller Mitgliedsländer landen. Damit hat sich die Schweiz gegenüber dem Vorjahr sogar noch um einen Platz verschlechtert, so die Medienmitteilung vom VCS.
Das Referendum gegen die Reduktion des CO2-Ausstosses auf der Strasse ist nicht zustande gekommen. Die Auto-Lobby verzichtet auf die Einreichung der Referendumsunterschriften, da das Gesetz konsumentenfreundlich umgesetzt werden könne. Das ist ein grosser Erfolg für die Stopp-Offroader-Initiative, welche nun nicht mehr zur Abstimmung kommen wird. In einer Mitteilung freuen sich die Grünen über diesen Erfolg [...]
Eine Schulklasse aus Affoltern am Albis hat im Rahmen des Projektes Klimapioniere Autofahrer motiviert, aufs Auto zu verzichten. 21’779,765 Kilometer wurden so über fünf Monate nicht gefahren. Das entspricht einer Einsparung von 6,209 Tonnen CO2. Klimapioniere ist eine Initiative von Swisscom, Solar Impulse und der Klimaschutzorganisation myclimate.
Weniger Fleisch liegt im Trend und ist entscheidend für eine nachhaltige Lebensweise, denn vegetarische Gerichte verursachen im Schnitt dreimal weniger CO2. Darum ruft der WWF Schweiz alle auf, morgen beim nationalen Klima-Zmittag mitzumachen. Bereits sind gegen 70‘000 Personen angemeldet.
An der Kundgebung “Kein Klimaschaden aus Graubünden: Repower Kohlekraftwerke ADE!” protestierten am 27. August in Chur 500 Personen gegen die Absicht der Bündner Repower, in Italien und Deutschland Kohlekraftwerke zu bauen. In verschiedenen Reden wurde die Bündner Regierung und der Grossrat kritisiert, weil diese die Projekte bisher tolerieren, während die Bevölkerung des Kantons die Kohlekraftwerke sehr deutlich ablehnt.
Ausserhalb Graubünden ist kaum bekannt, dass der Bündner Energieriese REPOWER im norddeutschen Brunsbüttel und im süditalienischen Saline Joniche mit Partnern für 4,5 Mrd. Euro zwei klimaschädliche Kohlekraftwerke mit einer installierten Leistung von 3120 Megawatt und einem jährlichen CO2 Ausstoss von 17.5 Millionen CO2 bauen will.
Von der Industrie produziertes CO2 könnte zukünftig abgefangen und in Gesteinsschichten gelagert werden. Eine Studie des Instituts für Geologie der Universität Bern zeigt, dass sich dafür Gesteine im Mittelland eignen würden.
In den letzten Monaten wurde der Klimabericht des Weltklimarats IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) wegen zwei Fehlern von vielen Medien heftig kritisiert. Zwei neue Studien rehabilitieren die Klimawissenschaftler und machen den Bericht wieder glaubwürdig.
Die am 9. Juli 2010 vom Bund veröffentlichte CO2-Statistik für das Jahr 2009 zeigt, dass der CO2-Ausstoss zwischen 2008 und 2009 um nur 1 Prozent zurückgegangen ist. Der WWF Schweiz fordert von der Politik die Umsetzung des Gesetzes. Die Schweiz müsse endlich griffige Massnahmen beschliessen. Der Bund solle den Benzinpreis um mindestens 35 Rappen pro Liter erhöhen.