Auch bei der zweiten Gotthardröhre muss der Schutz der Alpen gewährleistet sein. © Raimond Spekking [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons
Auch bei der zweiten Gotthardröhre muss der Schutz der Alpen gewährleistet sein. © Raimond Spekking [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

Zweite Gotthardröhre: Alpenschutz muss gewahrt werden

  • Selina Fehr
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Zum ausreichenden Schutz der Alpen ist zentral: Die Verkehrskapazität am Gotthard darf mit der zweiten Röhre nicht erhöht werden. Doch genau dieser Punkt ist im Ausführungsprojekt «2. Röhre Gotthard-Strassentunnel» zu unverbindlich geregelt. Die Alpen-Initiative erhebt deshalb Einsprache gegen das Ausführungsprojekt.

Während der Abstimmungskampagne versprachen die Befürworter der zweiten Gotthardröhre, dass bei deren Bau der Alpenschutz gewahrt bleibt und die Verkehrskapazität nicht erhöht wird. Damit dies auch so geschieht, braucht es laut einer Mitteilung der Alpen-Initiative eine konkretere Formulierung des Projekts.

Die Einsprache richtet sich nicht gegen das Projekt als solches. Es geht nur um den Aspekt der Verkehrsmenge, -überwachung und -dosierung, welcher laut Alpen-Initiative aktuell noch unzureichend in das Projekt integriert sei. Das Projekt müsse diesbezüglich noch ergänzt werden, damit es vollständig und damit genehmigungsfähig ist.

Verkehrsbelastung muss geeignet dosiert werden

Die künftige Kapazität des Tunnels ist eine wesentliche Anforderung an das Projekt. Die detektierte Verkehrsüberwachung, die Platzierung und Ausgestaltung der Dosierstellen und der Funktionsweise des Dosiersystems sind auf Stufe der Plangenehmigung im Detail zu regeln, fordert die Alpen-Initiative. «Im Rahmen der weiteren Projektierung ist zu prüfen, welche Massnahmen notwendig sind, um den Betrieb des Dosiersystems auch während der Bau- und Sanierungsphasen und im Endzustand gewährleisten zu können», heisst es im Ausführungsprojekt. Dieser Hinweis genügt aus Sicht der Alpen-Initiative nicht. Sie fordert, den Punkt Verkehrskapazität klar und verbindlich in der Projektplanung festzuhalten. Denn später sind vielleicht keine tauglichen Lösungen mehr möglich.

Heute gilt: Pro Stunde und Richtung dürfen höchstens 1000 Fahrzeuge durch den Gotthardtunnel fahren. Um den Alpenschutzartikel weiter einzuhalten, darf diese Limite auch mit der zweiten Röhre nicht überschritten werden.

1 Kommentar

  • Habegger Marie-Louise

    Ja, der Verkehr darf nicht erhöht werden. Leider ziehen alle zusätzlichen Spuren oder Tunnelröhren unweigerlich weiteren Verkehr an, was leicht zu einem Teufelskreis werden kann.
    Der Schutz unserer Alpen muss gewahrt werden! Seine Priorität muss an erster Stelle stehen.

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