Auch Bartgeier - die in den Schweizer Alpen seit Längerem erfolgreich ausgewildert werden - sind vom starken Bestandsrückgängen betroffen. | © jayhem [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com
Auch Bartgeier - die in den Schweizer Alpen seit Längerem erfolgreich ausgewildert werden - sind vom starken Bestandsrückgängen betroffen. | © jayhem [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com

Zwei weitere Bartgeier wurden ausgewildert

  • Mélanie Guillebeau
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In der Region Melchsee-Frutt wurden am Pfingstmontag bereits zum dritten Mal junge Bartgeier im Rahmen des europaweiten Wiederansiedlungsprojekts in die Wildnis entlassen.

Im Tross zum Huetstock

In grossen Holzkisten wurden die zwei jungen Bartgeier auf den Rücken der Helfer der Stiftung Pro Bartgeier und mit einem grossen Gefolge interessierter Zuschauer zu ihrem Auswilderungsort getragen: ein geschützter Felsvorsprung innerhalb des Wildschutz- und Jagdbanngebiets Huetstock bei Melchsee-Frutt. Die Jagd ist in dieser Region verboten, wodurch weit grössere Wildbestände bestehen – eine gute Nahrungsgrundlage für den Bartgeier, der sich mehrheitlich von Knochen gefallener Tiere ernährt.

Von weit her gereist

Oben angekommen durfte man einen Blick auf die zwei prächtigen Exemplare werfen. Es handelt sich um ein Weibchen und ein Männchen aus der spanischen Zuchtstation Valcallent. Die zwei Jungtiere mussten zwar einen weiten Weg bis in die Schweiz auf sich nehmen, doch soll dies gewährleisten, dass neues Bartgeierblut – sprich neue Gene – in unsere Alpenregion gelangen.

Jungtiere stehen unter Beobachtung

Momentan sind die drei Monate alten Tiere noch eher immobil und erkunden laufend und hüpfend die nähere Umgebung. Haben sie aber erst das Fliegen erlernt, ermöglichen GPS-Sender die genaue Beobachtung der Bartgeier. Ausserdem wurden einige ihrer Federn gebleicht, um die Unterscheidung zu vereinfachen.

Erfolgreiches Auswilderungsprogramm

Wie die langjährige Erfahrung in der Bartgeier-Auswilderung zeigt, ist die Überlebenschance ausgesetzter Tiere aussergewöhnlich hoch im Vergleich zu Auswilderungsprojekten anderer Arten: So überleben 88 Prozent der Jungtiere das erste Jahr. Wobei ihnen während dieser Zeit ein bisschen unter die Arme gegriffen wird. Helfer versorgen die Jungtiere während der Sommermonate regelmässig mit Futter. Doch auch in den Folgejahren ist die Auswilderung äusserst erfolgsversprechend, wie Überlebenschancen von gar 96 Prozent beweisen. Dies ist wahrscheinlich einer der Gründe für die gelungene Wiederansiedlung des Bartgeiers im Alpenraum, die 1986 mit der ersten Auswilderung in Österreich begonnen hat. Mittlerweile kreisen wieder ungefähr 250 Bartgeier über den Alpen – zu Beginn des 20. Jahrhunderts standen sie noch kurz vor dem Aussterben.

Weitere Informationen und Updates zu den zwei jungen Bartgeiern finden Sie auf der Website der Stiftung Pro Bartgeier

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