© Cloudtail [CC-BY-SA-3.0], via flickr
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Zukunftsfähige Wolfspolitik auf der Kippe

  • Roman Vonwil
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Am 16. Januar hat das Departement Leuthard die angekündigte Revision der Jagdverordnung in Anhörung gegeben. Gemäss diesem Vorschlag soll bereits eine einzelne Wolfsfamilie als «regional hoher Bestand» gelten – womit Abschüsse von Jungwölfen möglich wären. Pro Natura und der WWF Schweiz werten das als Überreaktion auf den hohen politischen Druck aus Nutztierhalterkreisen.

Ein einziges Rudel in einer Region soll in Zukunft bereits als «regional hoher Bestand» gelten. Jungtiere sollen deshalb abgeschossen werden können, wenn sie sich sogenannt «auffällig» verhalten. Jedem Jungwolf könnte also seine natürliche Neugier jederzeit zum tödlichen Verhängnis werden. Mit rund 25 Tieren ist der Wolfbestand in der Schweiz weiterhin sehr klein und die geschützte Tierart noch längst nicht überlebensfähig. «Ohne Not jetzt Abschüsse von Jungwölfen ins Auge zu fassen, ist völlig unnötig und gleicht einem vorauseilenden Gehorsam gegenüber der polemischen Wolfsgegner-Politik», sagt Mirjam Ballmer, Grossraubtier-Verantwortliche bei Pro Natura.

Pro Natura und der WWF Schweiz sind enttäuscht, dass der Druck aus Nutztierhalterkreisen nun zu diesem Kniefall von Bundesrätin Doris Leuthard geführt hat. Sie sehen damit die ausgewogenen gemeinsamen Grundsätze einer zukunftsfähigen Wolfspolitik, die 2012 auch mit dem Schafzuchtverband geschlossen worden waren, als gefährdet an. Die drohende Abkehr von einer konsensorientierten Wolfspolitik wird nur Verlierer hinterlassen.

Anstelle von «Management durch das Jagdgewehr», wie es das BAFU und das Departement Leuthard vorschlagen, braucht es dringend sachgerechtes Wolfsmanagement, das nicht ausschliesslich aus Abschüssen besteht, sondern auch die ökologisch wichtige Rolle des Wolfes (z.B. in der Jagdplanung und im Waldbau) berücksichtigt. Ein solches nationales Management soll ausserdem mehr Herdenschutz, sachliche und breite Information der Bevölkerung sowie touristische Aspekte einbeziehen.

2 Kommentare

  • hein

    Ein hohes und ein dickes Plus für die Schweiz!

    Endlich mal jemand, der auch etwas dafür tut, das die landw. Betriebe mit freilaufenden Tieren und auch die Hobbytierhalter etwas mehr geschützt werden – bzw. deren freilaufenden Tiere! Bravo!

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  • Grob Andrea

    Dazu finde ich keine Worte…Ein minus für die schöne Schweiz denn hier wird alles was vier Beine hat abgeschossen.TRAURIG !!!!!möchte hier nicht erwähnen wer hier die Bestie ist.

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