Zugvögel lockten viele Zuschauer

  • Barbara Darani
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Foto: Michael Gerber

An diesem Wochenende haben tausende Personen die grösste Flugschau Europas, nämlich den Vogelzug, an ausgewählten Orten beobachtet. Der Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz zählte an seinen 55 Beobachtungsstationen 5465 Besucher. Diese konnten zusammen mit den Feldornithologen der örtlichen Vereine 44’329 vorbeiziehende Vögel beobachten. Darunter waren viele Greifvögel, aber nur wenige Finken-Schwärme. An der Zugvogelbeobachtung beteiligten sich BirdLife Partner in 35 Ländern in ganz Europa. Es war ein eindrücklicher Aufruf zum Schutz der Zugvögel und ihrer Lebensräume.

In der Schweiz herrschte am Wochenende zwar sonniges Wetter mit guten Beobachtungsbedingungen, aber die starken Winde und die vorgängig sonnigen Tage liessen keinen grossen Vogelzug aufkommen. Die Vögel zogen eher bodennah oder legten eine Rast ein. An den Ständen des SVS war  der Publikumsaufmarsch sehr gross. Insgesamt nutzten 5465 Besucherinnen und Besucher das Angebot des Schweizer Vogelschutzes, die durchziehenden Vögel in der Natur zu beobachten und sich von den Fachleuten vor Ort informieren zu lassen.

Viele Besucher zeigten sich erstaunt über die Leistung der Vögel, wie etwa des Gartenrotschwanzes (Vogel des Jahres): Er ist 14 Zentimeter gross und rund 18 Gramm schwer, was 4 Zuckerwürfeln entspricht. Dabei legt unser buntester Singvogel eine Strecke von rund 6’000 Kilometern zurück, bis er in seinem Winterquartier jenseits der Sahelzone in Afrika ankommt.

Bei den 55 Posten in der Schweiz zählten die Beobachtungsteams insgesamt 44’329 durchziehende Vögel. Am häufigsten wurden Star, Buchfink und Blässhuhn gesichtet. Zu den ornithologischen Höhepunkten zählte der Vorbeiflug von seltenen Greifvögeln: Fischadler, Rotfussfalke und Raufussbussard.

An der europaweiten Aktion von BirdLife International errichteten die nationalen Partneroragnisationen ein beeindruckendes Netz von Beobachtungs- und Informationsständen. Mit der neuen Zugvogelkampagne „Born to Travel“, verstärkt BirdLife International den grenzüberschreitenden Schutz der Zugvögel, erklärte Fritz Hirt, der Einsatzleiter von SVS/BirdLife Schweiz. Gefahren drohen den Zugvögeln neben dem Lebensraumverlust in den Brutgebieten insbesondere auf dem Zug: Trockenlegungen von Feuchtgebieten, Stromleitungen, Windräder, starke Nachtbeleuchtung (Ablenkung vom Zugweg und  Erschöpfung) und die illegale Jagd. In den Überwinterungsgebieten in Afrika ist es auch der Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln.

SVS/BirdLife Schweiz

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