Aluminium Dosen Recycling

Zu wenig Metall wird recycelt

  • Dominique Haiden
  • -

Aluminium Dosen RecyclingMetalle werden weltweit viel zu selten dem Recycling zugeführt. Das ungenutzte Potenzial ihrer Wiederverwendung ist enorm, zeigt der Statusreport „Recycling Rates of Metals“ des Umweltprogramms der Vereinten Nationen UNEP. Zwar liegt bei 18 Metallarten die Recycling-Quote bei immerhin 50 Prozent oder darüber, bei vielen anderen aber fast bei Null. Eine „Recycling-Gesellschaft“ bleibt somit bloss ferne Hoffnung, so die ernüchternde Bilanz.

Die UNEP-Experten überprüften systematisch 60 Metalle des Periodensystems danach, ob sie in der Praxis noch ein zweites, drittes oder auch viertes Mal wiederverwendet werden. Zu den 18 am häufigsten rezyklierten Metallen gehören vor allem Metalle, die in grossen Mengen und als Reinstoffe verwendet werden. Das sind unter anderem Blei, Gold, Silber, Aluminium, Blech, Kupfer, Zink, Eisen und Kobalt. Bei 34 der untersuchten Metalle wird jedoch nicht einmal der hunderste Teil wiederverwertet – darunter Indium, Beryllium, Gallium, Strontium, Germanium oder Tellurium, allesamt wesentliche Bestandteil von Hightech-Geräten. Während die Neugewinnung von Metallen durch Extraktion sieben Prozent des weltweiten Energieverbrauchs verschlingt, kommt das Recycling mit bloss der Hälfte bis zu einem Zehntel des Aufwandes aus, wodurch es auch das Klima schützt.

„Die Endnutzer müssen noch stärker dazu angehalten werden, alte Elektronik der Wiederverwertung zuzuführen statt etwa alte Handys zu horten“, fordert Berichtsautor Thomas Graedel von der Yale University gegenüber pressetext. Preisanstiege durch Knappheiten geben dem Recycling zwar auch Auftrieb, lösen das Problem jedoch nicht. Denn speziell bei neuer Technik – Graedel nennt hier Photovoltaik-Anlagen, Windturbinen, Elektrofahrzeuge, Halbleiter, LEDs und medizinische Bildgebung – gibt es noch kaum Recycling-Erfahrung. „Hier brauchen wir neue Verfahren. Denn viele Hightech-Produkte des 21. Jahrhunderts rezyklieren wir mit Methoden des 20. Jahrhunderts.“

Weitere Informationen

United Nations Environment Programme UNEP

Beitrag kommentieren