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Ziegen für den Artenreichtum

  • Eliane Küpfer
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Trockenwiesen und -weiden sind Schatzkisten der Artenvielfalt. Doch werden ehemals farbenprächtige Matten heute vielerorts sich selbst überlassen und verbuschen. Im Jahr 2008 startete Pro Natura im Churer Rheintal in enger Zusammenarbeit mit lokalen Landwirt- en und den kantonalen Behörden das Projekt „Allegra Geissenpeter“. Das Ziel des Beweidungsprojekts ist es die artenreichen Trockenwei- den vor der fortschreitenden Verwaldung zu bewahren.

Am Anfang des fünfjährigen Projekts stand ein einmaliger forstlicher Eingriff unter Mithilfe von Schulklassen und Zivildienstleistenden. In stark verbuschten Bereichen war im Folgejahr eine zusätzliche mechanische Entbuschung nötig. Danach wurde die Landschafts- pflege den Ziegen überlassen. Diese leisteten ganze Arbeit: Sie verbissen die wieder aufkommenden Sträucher und drängten sie erfolgreich zurück.

Die Erfolgskontrolle nach Abschluss des Projekts zeigt weitere bemerkenswerte Resultate: Die bereits artenreichen Pflanzen- gesellschaften haben durch die Auflichtung noch weitere Arten dazugewonnen. So stieg auf der artenreichsten Testfläche die Zahl der beobachteten Pflanzenarten von 61 im Jahr 2008 weiter auf 68 Pflanzenarten im Jahr 2012. In der Tierwelt haben besonders Schmetterlinge und Heuschrecken profitiert.

Die Beweidung mit Ziegen ist zwar nicht gratis, aber günstiger als die Mahd der Flächen. Die hohe Zahl an spezialisierten und zum Teil gefährdeten Arten rechtfertigt die Anstrengungen zur Offenhaltung der Trockenweiden. Die Projekte werden von den lokalen Trägerschaften in Zusammenarbeit mit den kantonalen Behörden weitergeführt.

Bild: Stephan Durrer, Pro Natura

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