Das schon beinahe künstlerisch anmassende Zickzack-Frassmuster ist charakteristisch für die Zickzack-Ulmenblattwespe, eine invasive Art, die nun auch in der Schweiz gefunden wurde. | © Gyorgy Csoka / Hungary Forest Research Institute [CC-BY-SA-2.0], via Wikimedia Commons
Das schon beinahe künstlerisch anmassende Zickzack-Frassmuster ist charakteristisch für die Zickzack-Ulmenblattwespe, eine invasive Art, die nun auch in der Schweiz gefunden wurde. | © Gyorgy Csoka / Hungary Forest Research Institute [CC-BY-SA-2.0], via Wikimedia Commons

Zickzack-Ulmenblattwespe findet Weg in die Schweiz

  • Mélanie Guillebeau
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Einige Ulmenarten sind aufgrund des Ulmensterbens – einer Pilzkrankheit – bereits vom Aussterben bedroht. Nun bahnen sich weitere schlechte Neuigkeiten aus der Welt der Insekten an: Wie Doris Hölling von der WSL berichtet, wurde die invasive Zickzack-Ulmenblattwespe, deren Larve sich bis zum kompletten Kahlfrass an den Ulmenblättern bedient, zum ersten Mal in der Schweiz gesichtet.

Bis(s) zum letzten Blatt

Bei der Zickzack-Ulmenblattwespe (Apoceros leucopoda) ist der Name Programm. Im jungen Alter fressen sich die Larven der Pflanzenwespen aus Ostasien im Zickzack durch das Blätterdach der Ulmen. Mit der Grösse wächst aber auch der Hunger der Larven: In der Regel bleibt nur noch die feste Blattmittelrippe übrig, der Rest – so auch das Zickzack-Muster – wird weggefressen. Bei geeigneten Rahmenbedingungen kann dies so weit führen, dass die Bäume komplett entlaubt werden. Zwar sterben die befallenen Ulmen nicht ab, jedoch sind sie anfälliger und empfänglicher für weitere Schädlinge.

Die Larven der Zickzack-Ulmenblattwespe befallen Ulmen, unter anderem Bergulmen. | © Stoutcob [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com
Die Larven der Zickzack-Ulmenblattwespe befallen alle Ulmenarten, so auch Bergulmen (Bild). In manchen Fällen fressen die Larven die Bäume komplett kahl. | © Stoutcob [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com

Von Ostasien in die Schweiz

Wie Doris Hölling von der Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL auf waldwissen.net informiert, ist die invasive Zickzack-Ulmenblattwespe mittlerweile auch in die Schweiz vorgedrungen. Man hat die Larven diesen Juni auf Bergulmen im Kanton Zürich gesichtet. Somit hat sich die Pflanzenwespenart bereits in 18 europäischen Ländern ein neues Heim geschaffen und dürfte künftig noch weitere Regionen erschliessen. Ursprünglich stammt die Zickzack-Ulmenblattwespe aus Ostasien. Vor rund 15 Jahren hat die Problemart das erste Mal die europäische Grenze überschritten – vermutlich als blinder Passagier bei Pflanzenimporten. Bestehen erste Befallsherde kann sich die Art dank ihrer guten Flugfähigkeit über weite Strecken verbreiten: Zwischen 50 bis 90 Kilometer können sie pro Jahr überwinden.

Frauenpower

Bei den Zickzack-Ulmenblattwespen dominieren die Frauen. Aber es gibt bestimmt auch männliche Vertreter, denken Sie sich? Fehlanzeige, bisher konnte noch kein Männchen gefunden werden. Die Konsequenz dieser Tatsache ist, dass sich die Art ungeschlechtlich fortpflanzt: Die Weibchen legen jeweils bis zu 50 unbefruchtete Eier, aus denen nach rund sieben Tagen die Larven schlüpfen.

Die hellgrüne Larve der Zickzack-Ulmenblattwespe ist an den T-förmigen Zeichnungen am zweiten und dritten Beinpaar zu erkennen. | © Stephan M. Blank [CC-BY-SA-2.0], via Wikimedia Commons
Die hellgrünen Larven der Zickzack-Ulmenblattwespe schlüpfen aus unbefruchteten Eiern. Sie sind an den T-förmigen Zeichnungen am zweiten und dritten Beinpaar zu erkennen. | © Stephan M. Blank [CC-BY-SA-2.0], via Wikimedia Commons

Bekämpfung ist schwierig

Aufgrund der ausgeprägten Flugfähigkeit und der kurzen Generationsdauer – pro Jahr können vier Generationen entstehen – gestaltet sich die Eindämmung der Zickzack-Ulmenblattwespe schwierig. Selbst der Einsatz gezielter Pestizide konnte die Verbreitung nicht stoppen. Es lohnt sich aber, Ulmen in kleineren, truppweisen Beständen und in der Mischung mit anderen Baumarten zu pflanzen. Diese Technik wird bereits erfolgreich im Kampf gegen das Ulmensterben praktiziert.

Weitere Informationen können Sie dem originalen Bericht von Doris Hölling auf waldwissen.net entnehmen. 

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