knöterich kanton zh

ZH: Massnahmenplan gegen Neobiota

  • Silvan Kaufmann
  • -

knöterich kanton zhGewisse von ausserhalb Europas stammende Tiere und Pflanzen richten bei uns erhebliche Schäden an und verursachen hohe Kosten, die Tendenz ist steigend. Neben der Allergie auslösenden Ambrosia und dem wuchernden Japanknöterich gehören weitere Pflanzen, aber auch gewisse Insekten, Krebse und Reptilien dazu. Jetzt hat der Regierungsrat einen Massnahmenplan zur Bekämpfung der so genannten invasiven gebietsfremden Organismen verabschiedet. Er ist auf die neue Freisetzungsverordnung des Bundes abgestimmt.

Durch den weltweiten Güter- und Personenverkehr gelangten in den letzten Jahrzehnten viele Tiere und Pflanzen in die Schweiz, die hier nicht ursprünglich heimisch sind. Einige davon verbreiten sich stark und lösen in der Folge beim Menschen Allergien aus oder verdrängen seltene heimische Arten. Andere beeinträchtigen Land- und Forstwirtschaft oder beschädigen Bauten mit ihren Wurzeln, was beim Bau und Unterhalt von Gewässer- und Verkehrswegen erhebliche Mehrkosten verursacht. Fachleute sprechen in diesem Fall von invasiven gebietsfremden Organismen oder invasiven Neobiota. Es ist wichtig, die durch solche Organismen ausgelösten Probleme möglichst frühzeitig und gut koordiniert anzugehen. Je früher dies geschieht, desto geringer sind später die Kosten für die allfällige Bekämpfung und die Schäden, die sie verursachen.

Neben der Prävention und Information ist es wichtig, dass man weiss, wo sich diese Organismen heute schon ausgebreitet haben. Der Kanton Zürich ist hier einer der Pioniere. So kann er sich dank der webbasierten Kartierung von Pflanzenbeständen heute ein gutes Bild von deren Ausdehnung und der Entwicklung der Vorkommen machen. Eine Informationsstelle bei der Baudirektion sammelt das Wissen und gibt es an Fachleute beim Kanton und den Gemeinden sowie Private und Firmen weiter. Ausgehend davon sind seitens Kanton und einiger Gemeinden schon diverse Informations-, Präventions- und Bekämpfungsmassnahmen im Gang.

Nun hat der Regierungsrat einen Massnahmenplan für die Jahre 2009 bis 2012 verabschiedet und die Baudirektion mit dessen Umsetzung beauftragt. Der Plan ist abgestimmt auf die im September 2008 revidierte Freisetzungsverordnung des Bundes. Sie verpflichtet die Kantone zur verstärkten Bekämpfung von Organismen, welche die Umwelt schädigen oder die biologische Vielfalt beeinträchtigen können und zur Überwachung des korrekten Umgangs mit diesen Pflanzen und Tieren.

Mehr zum Massnahmenplan und zu invasiven Neobiota: www.neobiota.zh.ch

Beitrag kommentieren