WWF: „Konzept Bär Schweiz“ ist viel zu schwammig

  • Redaktion Naturschutz
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Der Abschuss von JJ3 sei zu unrecht erfolgt, ist der WWF nach wie vor überzeugt. Dennoch verzichtet der WWF auf einen Rekurs gegen den Abschuss. Der Grund: Das „Konzept Bär Schweiz“ sei zu schwammig formuliert. Trotzdem wird der WWF „alles daran setzen, dass sich ein zweiter Fall JJ3 nicht wiederholt.“
In den letzten Wochen prüfte der WWF die Umstände, die zum Abschuss von Bär JJ3 führten. Dabei gelangt die Umweltschutzorganisation zum Schluss, dass das „Konzept Bär Schweiz“ grosse Schwachstellen aufweise und ungenügend umgesetzt wurde. Joanna Schönenberger, Bärenexpertin beim WWF Schweiz: „Die Formulierungen, die die Umklassierung eines Problembären zum Risikobären regeln sollen, sind viel zu schwammig formuliert.“ Der WWF verzichtet aber auf eine Einsprache, obwohl sich Bär JJ3 gegenüber Menschen nie aggressiv verhalten hat. Vielmehr müsse das „Konzept Bär Schweiz“ dringend präzisiert werden. Es dürfe nicht sein, dass auch der nächste Bär, der in die Schweiz einwandert, wieder abgeschossen werde.
Joanna Schönenberger: „JJ3 wurde nicht zuletzt darum abgeschossen, weil die Behörden die Bevölkerung ungenügend über die Abfallproblematik und den weiteren Umgang mit Bären informiert haben.“ Dies müsse sich ändern. Der WWF habe dazu bereits die Verantwortlichen bei Bund und Kanton kontaktiert. Die Zusammenarbeit zwischen Behörden und Umweltorganisationen müsse in Zukunft verstärkt werden, wie dies bereits beim Herdenschutz der Fall ist. Schönenberger: „Nur so können die Bären im Alpenraum überleben.“ (sb)

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