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WWF und SVS/BirdLife Schweiz: Klage gegen Schweiz

  • Barbara Darani
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Bei der Erhaltung von Arten und wichtigen Lebensräumen gerät die Schweiz weiter ins Hintertreffen. Während sich unsere Nachbarn längst für eine vielfältige Natur einsetzen, nimmt unser Land seine Verantwortung ungenügend war. Der WWF Schweiz und der SVS/BirdLife Schweiz haben deshalb in Strassburg erneut Klage gegen die Schweiz eingereicht.

Seit 30 Jahren gibt es die Berner Konvention. Doch ausgerechnet in der Schweiz wird das von 46 Staaten gestützte Abkommen zur Erhaltung der Naturvielfalt nicht konsequent umgesetzt. So hat es der Bund bislang versäumt, international besonders schützenswerte Gebiete für das europäische Smaragd-Netzwerk anzumelden. Und dies obwohl der Bund vor Jahresfrist versprochen hatte, diese Schutzgebiete bis spätestens im Herbst 2008 zu definieren. Doch passiert ist seither nichts. „Der Bund muss endlich seine Hausaufgaben machen: Er soll insbesondere im Alpenraum die nötigen Schutzgebiete ausscheiden“, verlangt Kurt Eichenberger, Projektleiter Artenvielfalt beim WWF Schweiz. Nur mit einem Sondereffort lässt sich der schleichende Schwund der Artenvielfalt stoppen. Wichtig ist dabei insbesondere die europaweite Vernetzung der Schutzgebiete.

Der WWF und der Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz haben deshalb ihre hängige Klage beim Europarat in Strassburg erneuert. In der Aufsichtsbeschwerde gegen die Schweiz kritisieren die beiden Umweltschutzorganisationen das zögerliche Vorgehen unserer Behörden: Während die EU mit dem Programm Natura 2000 rechtlich bindende Schutzkonzepte für die Mitgliedsländer definiert hat, schiebt die Schweiz das Anliegen auf die lange Bank. Eichenbergers Fazit: „Die Schweiz verpasst den Anschluss ans benachbarte Ausland total.“

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