Wolfkonzept fällt durch

  • Redaktion Naturschutz
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Das vom Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (Buwal) neu erarbeitete Wolfskonzept wird sowohl von Wolfsgegnern als auch von Wolfsbefürwortern abgelehnt.
Pro Natura lehnt das Konzept aus folgenden Gründen ab: Der Bund habe das neue Wolfskonzept auf die Bedürfnisse der Jäger und der Schafzüchter abgestimmt. So werde die Wolfsjagd über die Hintertür wieder eingeführt. Der Schutz des Wolfes werde weiter verschlechtert, der Grundsatz „Verhütung vor Vergütung“ aus beiden Konzepten gestrichen. Pro Natura verlangt deshalb, dass der Bund das Wolfskonzept zurückzieht.
Auch die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für die Bergebiete (SAB) lehnt den Entwurf ab, allerdings aus gegenteiligen Gründen. Gemäss dem neuen Konzept würden nicht nur die Kantone stark zusätzlich belastet, indem sie 20 Prozent der von Wölfen angerichteten Schäden und die Überwachung der Wölfe übernehmen müssten. Auch die Berglandwirtschaft sähe sich wegen der präventiven Massnahmen gegen den Wolf vor höhere Kosten gestellt. Ferner seien die Auflagen für eine Abschusserlaubnis viel zu hoch. Ein Wolf müsste während vier Monaten 50 Schafe oder in einem Monat 25 Schafe töten, bevor er erlegt werden dürfte.
Das Buwal hat bereits 2001 ein Wolfskonzept erarbeitet, das ebenso unterschiedliche Reaktionen auslöste. Eine Ständeratsmotion, die verlangte, den Wolf von der Liste der geschützten Tiere zu streichen, wurde im September vom Nationalrat 2003 abgelehnt. Das Parlament erteilte aber dem Buwal den Auftrag, ein neues Wolfskonzept zu erarbeiten.

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