© Gunnar Ries [CC-BY-SA-2.5] via Wikimedia Commons
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Wolfbestand soll reduziert werden      

  • Judith Schärer
  • 7

Nach der Tötung eines neugeborenen Kalbes in Valens durch einen Wolf fordert der St. Galler Bauernverband nun die zuständigen Behörden zum Handeln auf. Konkret verlangt der Verband eine Reduktion des Calanda-Rudels, um weitere Übergriffe auf Nutztiere zu verhindern.

Das Thema Grossraubtier habe mit dem erstmaligen Übergriff eines Wolfes auf ein Tier der Rindergattung eine neue Dimension erhalten, lässt der SGBV verlauten. Der bisherige Umgang mit dem Wolf sei definitiv in Frage gestellt.

Der St. Galler Bauernverband hat das Wolfskonzept aus dem Jahre 2012 und den Umgang mit dem Wolf bisher mitgetragen. Mit einem umfassenden Herdenschutzkonzept für die Schafalpen konnten die Übergriffe durch den Wolf bis anhin tief gehalten werden. Der SGBV hat immer wieder betont, dass bei einem allfälligen Übergriff auf Tiere der Rindergattung der Umgang mit dem Wolf neu beurteilt werden muss. Die Tötung einer Ziege im Toggenburg sowie die verschiedenen Schafrisse im Kanton Appenzell AR und in der Region Werdenberg in den vergangenen Monaten deuten darauf hin, dass der Lebensraum für die Wolfspopulation im Calandagebiet zu klein ist. Eine starke Ausweitung des Lebensraumes für die Wolfpopulation sei zu befürchten und könne vom SGBV in dieser Form nicht akzeptiert werden.

Mit der Vergrösserung des Wolf-Lebensraumes sind immer mehr Nutztiere schutzlos ausgeliefert. Ein umfassender Herdenschutz für Schafe und Ziegen sowie Tiere der Rindergattung im Sömmerungsgebiet wie auch auf den Heimbetrieben ist nicht möglich. Es kann den Bäuerinnen und Bauern nicht zugemutet werden, dass sie künftig ihre Tiere auf der Weide zusätzlich schützen müssen. Der Mitteleinsatz für den Herdenschutz für die Schafalpen war bis jetzt schon unrealistisch hoch. Jede weitere Massnahme ist unrealistisch.

Der SGBV fordert die zuständigen Behörden auf, die Anzahl der Wölfe auf dem St. Galler Kantonsgebiet sofort zu reduzieren und so einer unkontrollierten Ausdehnung der Wolfspopulation Einhalt zu gebieten.

7 Kommentare

  • Christine Dobler Gross

    Meine Recherchen haben ergeben, ich zitiere: „Der Bauer H kurz vor dem Dorfeingang nach Valens hat einen Laufstall und seine Kühe haben keine Hörner! Sie waren oben beim Maiensäss als die Wölfe kamen und das neugeborene Kalb rissen. Ich hätte schon auch erwartet, dass normale Kühe mit 4 so Wölflein fertig würden, wenn sie Hörner hätten, um sich zu wehren. Aber vielleicht war das Kälblein ja auch krank und verstossen?“
    Es lohnt sich bisweilen, hartnäckig zu recherchieren!

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  • Roswitha Hächler

    Der Bauernverband soll doch bitte die Zahlen veröffentlichen, die Auskunft geben über alle getöteten Tiere (ausser der Schlacht). Das würde die paar durch den Wolf verursachten Risse sehr relativieren.

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  • Marco

    Jammern ist heute Volkssport Nr. 1. Überall. Alles Heulsusen.

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  • obelis

    Langsam aber sicher könnte einem die ganze Bauernlobby zum Hals heraus hängen. Das gleiche gilt für die dieser nahestehenden SVP!
    Man stelle sich vor: ein Wolf hat ein Kalb gerissen… und wer spricht nun von all den himmeltraurig elenden Kälberwaisen, welche den Müttern zum Leib herausgeschrissen werden und dann abseits in dunklen Ecken angebunden werden, statt Milch ab Euter mit verbunden mit dem wichtigen Mutterkontakt! Oder aber den fast neugeborenen Kälblein die isoliert, irgendwo draussen in diesen traurigen Iglus hausen…!!! Das ist schollenverbundenheit, Tierliebe unserer Bauern und nicht zuletzt unserer SVP, welche griffigere und längst nötige Anpassungen unseres Tierschutzgesetzes verhindert.

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    • Andréa

      Bravo,auch ich bin dieser Meinung!!!

  • Ott

    Es würde mich doch stark interessieren, ob die Mutterkuh des gerissenen Kalbes Hörner hat oder nicht. Kann das jemand herausfinden?

    Obwohl ich selber kein Fundi-Wolfsfreund bin und man ja durchaus bald einmal über eine Reduktion diskutieren kann, wäre es ja schon ein starkes Stück, zuerst dem Rindvieh die Hörner zu stutzen und dann jammern, wenn sie sich gegen den Wolf nicht mehr verteidigen können.

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    • Andréa

      Kann es leider nicht herausfinden ob die Mutterkuh Hörner hat oder nicht.Mir geht das ganze Bauern Getue auf die Nerven,die sind doch nur am jammern und fordern überal als seien sie die einzigen armen Schweine auf diesem Planet.Dabei sollte es doch möglich sein ein zuzammenleben für Tier und Mensch.


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