Der Wolf soll bald ganzjährig gejagt werden dürfen. | © alexandre alacchi, [CC-BY-SA-2.0], via Flickr
Der Wolf soll bald ganzjährig gejagt werden dürfen. | © alexandre alacchi, [CC-BY-SA-2.0], via Flickr

Wolf soll ganzjährig jagdbar sein    

  • Amanda Buol
  • 8

Der Wolf soll zu einer ganzjährig jagdbaren Art ohne Schonzeit werden. Umweltorganisaitonen kritisieren diesen Entscheid und sprechen von Ausrottung.

Die Umweltkommission des Ständerats (UREK-S) hat die Motion Imoberdorf/Rieder angenommen. Stimmt das Parlament zu, muss das Jagdgesetz geändert werden. Dies würde für den Wolf bedeuten, dass er ohne Schonzeit ganzjährig gejagt werden darf. Die Kommission betont damit, dass die Bedenken der betroffenen Bergkantonen in der Sache Wolf ernst genommen werden müssen.

Dieser Entscheid käme jedoch einer Ausrottungsstrategie gleich, schreiben WWF Schweiz und Pro Natura. Das widerspreche dem internationalen und nationalen Schutz des Wolfes als einheimische Tierart und sei sogar verfassungswidrig. So kann der Entscheid nicht mit der Berner Konvention, welche die Schweiz auch unterzeichnete, vereinbart werden. Dies sei auch der Kommission bewusst, denn eine Minderheit lehnte die Motion ab.

Die Umweltorganisationen fordern deshalb vom Ständerat, dass er diesen irrationale Entscheid korrigiere und auf eine Lösungsorientierte Wolfspolitik setze.

Auch der oberste Wildhüter der Schweiz, Reinhard Schnidrig, kritisiert den Beschluss der Kommission in der Rundschau vom 10. Februar 2016 des Schweizer Fernsehens:

Im Rahmen dieser Rundschau wurde auch ein interessanter Beitrag zum Thema der Luderplätze rund um den Calanda gezeigt:

8 Kommentare

    Pingback: Schweizer Wölfe können aufatmen. Sie bleiben geschützt. – Naturgebloggt

  • martina stoecklin

    Ich bin total schockiert, zu was der Mensch mal wieder fähig ist!!! Was soll das bitte? Erst ausrotten, dann auswildern und jetzt wieder ausrotten? Also ich habe mich auf der HUND 16 in Winterthur beim Wolfsstand ein wenig schlau gemacht, aber noch nicht alle Unterlagen durchgelesen. Dabei auch noch mit einem Herrn der zuständig ist für die Wolfsgruppe in der Schweiz gesprochen. War alles sehr informativ. U.a. gibt es eine neue Studie, wohl leider noch nicht in der Schweiz, bei der man Lamas oder Alpakas in die Schafherden integriert, mit Erfolg! Würde wohl das Jagdverhalten des Wolfes irretieren und schneller Alarm schlagen. Was wisst ihr darüber? Ich denke wäre doch ein Versuch wert, oder? lg martina

    Antworten
    • Nora Zuberbühler

      Eine kleine Anmerkung: die Wölfe sind bei uns von selbst wieder eingewandert. In Italien wurden sie nämlich nie ganz ausgerottet.
      Man kann sich aber schon fragen, wieso wir es in der Schweiz nicht hinbekommen, mit dem Wolf zu leben. Ich war während meiner Ausbildung in einem Wolfs-, Bären- und Luchsforschungsprojekt in Rumänien. Natürlich ärgern sich auch die rumänischen Bauern über Wolfsrisse, schliesslich bedrohen sie ernsthaft ihre Existenz, aber die Rumänen leben mit dem Wolf, ohne sein Vorkommen in Frage zu stellen. Er ist halt da, fertig. Man hat mich aber auch ganz ungläubig gefragt, ob wir in der Schweiz tatsächlich die Schafe ganz alleine auf den Weiden liessen, das sei doch unverantwortlich, nicht nur wegen den Wölfen, Luchsen und Bären, sondern auch im Falle von Unfällen etc.. In den Augen der Rumänen sind wir verrückt und und wenn wir uns so schlecht um unsere Schafe kümmern, dann haben wir sie nicht verdient!

  • Bütschli Bernhard

    Es ist immer das gleiche man gibt den Wölfen die Schuld. Die Bergler scheuen die Kosten für den Herdenschutz. Insbesondere die Walliser. Dabei werden sie finanziell für die Schutzmassnahmen unterstützt. Sie bekommen für ein gerissenes Tier mehr als beim Metzger. Aber man kann dann natürlich die herden nicht wochenlang alleine lassen, wie es im Wallis üblich ist. Zudem heisst der Oberjäger (Wildhüter) Schnidrig und was heisst das? Walliser.
    Eine ganzjährige Jagd ist ein Verbrechen an der Tierwelt.

    Mit einem erfreulichen Wolfsgeheul
    Bernhard Bütschli

    Antworten
  • Beatrice

    Das darf nicht sein das man die Wölfe zum Abschluss frei gibt was ist da los ein mal so und dann wieder anders was ist mit den Schweizer los last die Wölfe Leben die Schweizer will sonst auch immer gut da stehen

    Antworten
  • Thomas Engst

    Ich finde die Entwicklung sehr spannend. Hier zeichnet sich doch ein Armdrücken zwischen nationalem und internationalem Recht ab. Wie ist denn die Gesetzeslage bei euch in der Schweiz? Kann so ein Votum den internationalen Artenschutz aushebeln? FFH greift ja bei euch nicht oder?

    Kollegiale Grüße
    Thomas Engst
    naturgebloggt.de

    Antworten
    • Nora Zuberbühler

      Hallo Thomas
      Genau, das FFH greift bei uns nicht. Aber wir haben einige andere internationale Abkommen unterschrieben, so z.B. die Berner Konvention, die den Wolf schützt. Nur leider heisst das noch nicht, dass sich die Politik daran hält. Bei uns gibt es nämlich auch kein Verfassungsgericht, das Gesetze, welche der Verfassung widersprechen, korrigieren könnte. Auch internationale Abkommen werden oft hintergangen. Man kann hoffen, dass das Parlament mehr Verstand hat. Wenn nicht bleibt noch die Möglichkeit das Reverendum zu ergreifen und eine Volksabstimmung zu erzwingen…

    Pingback: Schweizer Wölfe bald ohne Schonzeit? – Naturgebloggt


Beitrag kommentieren