By Hans-Petter Fjeld (Own work) [CC-BY-SA-2.5 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5)], via Wikimedia Commons
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Wolf im Goms wird abgeschossen

  • Eliane Küpfer
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Betrübt nimmt die Gruppe Wolf Schweiz GWS zur Kenntnis, dass im Goms im Kanton Wallis ein Wolfsrüde abgeschossen werden soll. Die Abschussbewilligung für den Wolf im Goms stützt sich auf die Vorgaben des Wolfskonzeptes. Die darin enthaltenen Kriterien für eine Abschussbewilligung sind vordergründig erfüllt. Jedoch wurden verschiedene Schafe aus Herden gerissen, die als nicht oder nur teilweise schützbar gelten. Diese Tiere konnten daher für die Abschussbewilligung gezählt werden, wodurch die für einen Abschuss nötigen Risszahlen erreicht wurden.

Die GWS hält diese Klassierung der meisten Schafalpen als „nicht schützbar“ für politisch motiviert, denn mit den bewährten Herdenschutzmassnahmen lassen sich ganz unterschiedlich strukturierte Alpen schützen, auch diejenigen im Goms. Und auch der WWF und Pro Natura verurteilen den geplanten Wolf-Abschuss. Das Problem sei im Wallis grösstenteils hausgemacht: Weil der Herdenschutz auch 18 Jahre nach der Rückeinwanderung des ersten Wolfs kaum umgesetzt wurde. „Hätte man seitens des Kantons von Beginn weg in den Herdenschutz investiert, statt in Polemik und Verhinderungspolitik, stünde der Gommer Wolf heute nicht zum Abschuss frei“, kritisiert Kurt Eichenberger, Grossraubtier-Experte des WWF Schweiz. Die Forderung der Gommer Behörden, ihre Region zur wolfsfreien Zone zu erklären wird in der Realität nichts bringen, da sich der Wolf weiterhin in diesem Gebiet aufhalten und ungeschützte Schafe reissen wird, schreibt die GWS weiter.

Für die fragliche Alp, wo der Wolf Schafe gerissen hat, bestehen bereits seit letztem Jahr Empfehlungen, wie diese Alp geschützt werden könnte. Doch die Massnahmen wurden nicht umgesetzt, kritisieren WWF und Pro Natura. Und auch die GWS ist überzeugt, dass sich alle Schafe schützen lassen. Grosse Alpen können behirtet werden, kleine Alpen lassen sich als Umtriebsweide oder räumlich geschlossene Standweiden nutzen, wo ein Herdenschutz durchaus machbar ist. Auch über die Zusammenlegung von kleinen Herden lassen sich Strukturen aufbauen, die einen Schutz ermöglichen. Ist eine Alp tatsächlich schwer oder gar nicht schützbar, müssten die Schafe auf eine andere Alp verlegt werden. Gemäss David Gerke, dem Präsident der Gruppe Wolf Schweiz, der selber als Schafhirte tätig ist, zeugt es von grosser Respektlosigkeit gegenüber den Schafen, sie ungeschützt in einem Wolfsgebiet zu sömmern.

Der Bund hatte die vorhandenen Herdenschutzmassnahmen bei der letzten Beurteilung in diesem Fall als ungenügend taxiert. Das BAFU hatte sich deshalb im Juni gegen eine Abschussgenehmigung ausgesprochen, wie Naturschutz.ch berichtete. Doch die Behörden im Wallis kümmert dies offensichtlich wenig: „Anstatt die Schafhalter zu motivieren und zu unterstützen, Herdenschutzmassnahmen umzusetzen, wird einfach zugewartet“, bedauert Eichenberger. Der Abschuss entscheid ist umso enttäuschender, als dass es in den beiden durch Herdenschutzmassnahmen geschützten Alpen im Goms keinen einzigen Riss zu beklagen gab.

Die GWS ist der Meinung, dass die Herdenschutzmöglichkeiten im Goms bisher zu wenig ausgeschöpft. Wurden. Die Umweltverbände WWF und Pro Natura werden nun die Fakten sorgfältig prüfen und dann entscheiden, ob Rekurs gegen die Abschussgenehmigung eingelegt wird.

Bild: Hans-Petter Fjeld (Own work) [CC-BY-SA-2.5], via Wikimedia Commons

Gruppe Wolf Schweiz

Pro Natura und WWF Schweiz

1 Kommentar

  • Helmut Opitz

    Wolf CH Abschuss

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