Wolf hat es schwer in der Schweiz

  • Caroline Nienhuis
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Wolf liegendSeit dem Abschuss des Walliser Wolfs im Augst, ist der Wolf zum nationalen Thema geworden. Ende September diskutiert das Parlament vierzehn Motionen und andere Vorstösse gegen den Wolf, obschon sich derzeit nur fünfzehn Tiere in der Schweiz befinden.

Laut „Beobachter Natur“ wird unter anderem gefordert, dass Wölfe abgeschossen werden können, wenn sie nach Meinung der Jäger zu viele Hirsche und Rehe fressen. In einer Motion der Umweltkommission des Nationalrats wird weiter gefordert, dass Schafherden nur noch dorf geschützt werden müssen, wo es „sinnvoll“ erscheint. Zudem arbeiten mehrere Politiker gerade am Austritt der Schweiz aus der Berner Konvention von 1979. Falls kein Austritt erfolge, müsse der internationale Schutzstatus des Wolfes herabgesetz werden.

Gemäss dem Präsidenten der Gruppe Wolf Schweiz, David Gerke, ist die hiesige Politik jetzt schon nicht nachhaltig genug. Auch im „Konzept Wolf“, verfasst vom Bundesamt für Umwelt BAFU, wird der Schutz und die Ansiedlung des Wolfes laut „Beobachter Natur“ nicht erwähnt. Dafür sei das Vorgehen bei einem „Wolfsschaden“ und einem Abschuss genau geregelt. In den vergangenen Jahren wurden sechs Wölfe abgeschossen und dies obwohl das Tier international und national streng geschützt ist. Deshalb kritisiert Mirjam Balmer, Projektleiterin Naturschutzpolitik bei Pro Natura die Verwässerung des Schutzes. Auch Kurt Eichenberger, Projektleiter WWF Schweiz, sieht einen grossen Handlungsbedarf beim Wolfskonzept und verlangt einen stärkeren Fokus auf die Prävention.

In unserem Nachbarland Italien sind Abschüsse von Wölfen laut „Beobachter Natur“ ein Tabu, da der Wolf unter Totalschutz steht. In Frankreich sorgt ein umfassendes Wolfskonzept dafür, dass nur sehr wenige schadenstiftende Wölfe geschossen werden, und nur dort, wo die Population stabil ist. Auch in der Schweiz werden Bauern für ihre tote Schafe entschädigt. Jährlich stellt der Bund 830’000 Franken für die Herdenschutzmassnahme zur Verfügung. Ausserdem organisiert der Bund Notfallmassnahmen bei einem Wolfsriss sowie Herdenschutzhunde und Hirten. Trotzdem wird jeder zweite Wolf zum Abschuss freigegeben.

Beobachter Natur Artikel

WWF Schweiz – Wolf

Gruppe Wolf Schweiz

Pro Natura – Wolf

Bundesamt für Umwelt BAFU – Wolf

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