© raincarnation40 [CC-BY-SA-2.0], via pixabay.com
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Wolf erneut im (Abschuss-) Visier der Kantone

  • Mélanie Guillebeau
  • 4

Gemäss DNA-Proben hatte es sich bei den Rissen in Stampa, Faido und Cama um ein und denselben Wolf gehandelt, weshalb die Kantone Graubünden und Tessin heute zeitgleich ihre Abschussabsichten verkündeten.

Wie das Bündner Amt für Jagd und Fischerei berichtet, wurden im Bergell, in der Leventina und im Misox mehr als 40 Schafe gerissen – in drei Fällen, namentlich in Stampa, Faido (beide TI) und Cama (GR), konnte der Wolfsrüde M75 als Verursacher identifiziert werden.

Gemäss der eidgenössischen Jagdverordnung kann ein Abschuss bewilligt werden, wenn durch einen einzelnen Wolf erheblicher Schaden an Nutztieren zugefügt wurde. Genauer, wenn in seinem Streifgebiet innerhalb eines Monats mindestens 25 Nutztiere, trotz Herdenschutzmassnahmen, getötet werden. Nach Einschätzung der Kantone Graubünden und Tessin wurde diese Voraussetzung erfüllt, wie die Verkündung der Abschussabsichten aufzeigt.

Es scheint zwar, dass der Wolf M75 ein gewisses Geschick im Überwinden von Herdenschutzmassnahmen oder Barrieren gezeigt hat. Wie der WWF in seiner Stellungnahme betont, ist aber unklar, ob der Herdenschutz im Tessin gemäss Vorgaben vom Bund umgesetzt wurden. Auf einen vom WWF eingereichten parlamentarischen Vorstoss im Tessin, der Transparenz über die Risse und die vorliegende Herdenschutzsituation im Tessin forderte, wurde nie eingegangen.

Gerade im Tessin steckt der Herdenschutz heute noch in den Kinderschuhen, obwohl es im Kanton bereits seit 10 Jahren immer wieder Wölfe gibt. Der WWF wird nun die beiden Abschussdossiers prüfen und entscheidet auf Grund der konkreten Sachlage über allfällige rechtliche Schritte.

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4 Kommentare

  • Andi Hüttenmoser

    Schützt mal endlich Eure Herden und schickt die kranke Jägersbrut zum Teufel!

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    • gerber

      Denke sie wissen nicht mehr von wo das Essen kommt und wie mühsam es produziert wird. Es braucht ja nur die Einkaufszentrum aber Bauern braucht es keine mehr.

    • Martin Klingler

      Um, wie sie so schön sagen die Jägerbrut zum Teufel zu schicken, gibt es im Kanton Zürich eine Volksinitiative der Tierpartei. Jetzt unterschreiben!

  • Bernhard Trachsel

    Solange die Kantone ein an sich professionelles, durch das BAFU vorgegebenes Grossraubtiermanagement nicht umzusetzen in der Lage sind, dürfen keine Abschüsse mehr stattfinden. Vielmehr ist das Personal dort auszuwechseln, wo auf Jägerlatein und Grimm’s Märchen statt auf wildbiologische Fakten und Erkenntnisse gesetzt wird. Die Natur ist zu komplex, als dass wir sie kurzsichtigen, egoistischen und simplen Interessenvertretern überlassen dürfen.

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