© Malene Thyssen (Own work) [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons
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Wolf entkommt dem Abschuss

  • Judith Schärer
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Der zum Abschuss freigegebene Wolf im Kanton Uri konnte in der vorgegebenen Zeitspanne nicht erlegt werden. Nun läuft die Frist aus und der Wolf scheint aus dem Gebiet verschwunden zu sein.

Im Juni 2015 hat ein Wolf auf verschiedenen Alpen in der Gemeinde Isenthal mehr als 30 Schafe gerissen und auch in der Gemeinde Emmetten im Kanton Nidwalden wurden in dieser Zeit 10 Schafe durch einen Wolf getötet. Die Schadenschwelle gemäss Wolfkonzept Schweiz wurde damit deutlich überschritten. Zur Vermeidung von weiteren Schäden wurde im Amtsblatt vom Juni 2015 eine entsprechende Abschussverfügung publiziert (siehe auch Artikel vom 23. Juni 2015).

Der Abschussperimeter umfasste das vermutete Streifgebiet des schadenstiftenden Wolfes. Sie umfasste die Gemeinden Seelisberg, Bauen, Isenthal, Seedorf, Attinghausen und Erstfeld West (bis Reuss). Die Abschussbewilligung wurde gemäss Wolfkonzept Schweiz auf 60 Tage befristet. Diese Frist läuft nun aus, wie der Kanton Uri mitteilt. Die Frist kann nur maximal 30 Tage verlängert werden, wenn während der 60-tägigen Frist weitere Wolfrisse zu verzeichnen sind.

Seit Ende Juni 2015 gibt es keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass sich der Wolf noch im Gebiet des Abschussperimeters aufhält: Es gab weder Meldungen bezüglich Sichtbeobachtungen, Spuren oder Rissen von Wild- oder Nutztieren noch fand die Wildhut, die eine intensive Präsenz im Gebiet ausübte, entsprechende Anzeichen. Es wird davon ausgegangen, dass der Wolf Ende Juni das Gebiet des Abschussperimeters verlassen hat und weitergezogen ist, daher wird die Abschussbewilligung nicht verlängert.
Wie im Wolfskonzept Schweiz vorgesehen, wird nun versucht, einen technisch möglichen, praktikablen und finanzierbaren Herdenschutz im Gebiet aufzubauen, um weitere Wolfsschäden in Zukunft möglichst zu vermeiden.

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