Wolf-Abschuss wäre unzulässig

  • Eliane Küpfer
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Im Goms gehen die Wogen hoch ob der aktuellen Wolfspräsenz. Dabei hätte diese Region länger Zeit gehabt als alle anderen, sich mit dem Wolf zu arrangieren, schreibt die Gruppe Wolf Schweiz (GWS). Bereits 1998 wurde im Goms erstmals ein Wolf festgestellt, als ein gewildertes Tier aufgefunden wurde. Seit 2006, als nach Schäden an Schafherden ein weiblicher Wolf mit Bewilligung erlegt wurde, sind fast dauerhaft Wölfe im Goms präsent, im Verlaufe der Jahre wurden mindestens sechs verschiedene Individuen nachgewiesen. Die Region Goms ist wahrscheinlich deshalb so beliebt, weil sie die grösste Dichte an Rothirschen im ganzen Kanton Wallis beherbergt und für Wölfe daher ideal ist.

Doch anstatt dem Herdenschutz zum Durchbruch zu verhelfen, deklariert der Kanton Wallis die meisten Alpen als „nicht schützbar“ und versucht damit, dem Wolf den Todesstoss zu versetzen. Die GWS ist der Ansicht, dass diese Klassierung eindeutig politisch motiviert ist. „Mit den bewährten Herdenschutzmassnahmen lassen sich ganz unterschiedlich strukturierte Alpen schützen, auch diejenigen im Goms“, sagt dazu David Gerke, Präsident der Gruppe Wolf Schweiz und praktizierender Schafhirte. „Die Herden im Goms sind verhältnismässig gross und das Gelände lässt eine Behirtung zu.“ Die GWS unterstützt deshalb innovative Schafbesitzer im Goms, die ihre Herden schützen, mit finanziellen Mitteln.

Ein pragmatischer Umgang mit dem Wolf ist nötig, um die Akzeptanz dieser Tierart zu erhalten. So ist laut GWS bei schadenstiftenden Einzelwölfen ein Abschuss denkbar, Voraussetzung sei aber ein Herdenschutz. Erst wenn dieser  versagt hat, kann der Abschuss in Betracht gezogen werden. Sollte der Wolf auch weiterhin ungeschützte Schafe reissen, dürfen diese daher keinesfalls für eine Abschussbewilligung gezählt werden. Ein Abschuss aufgrund der aktuellen Vorkommnisse wäre nicht tolerierbar.

Bild: Gunnar Ries [CC-BY-SA-2.5] via Wikimedia Commons

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3 Kommentare

  • Helmut Opitz

    Wolf CH

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  • Eliane Küpfer

    Wölfe sind, genauso wie Bären und Luchse, einheimische Tiere, die über Jahrtausende mit uns Menschen zusammen lebten. Der letzte Wolf wurde in der Schweiz vor rund 100 Jahren getötet. Inzwischen wandern die Tiere, nach einer kurzen Abwesenheit, von selbst wieder in ihre alten Territorien ein.

    Es wird auf Dauer nichts nützen, die Tiere abzuschiessen, da die Populationen in Europa wachsen und die Tiere keine Landesgrenzen kennen. Wir können aber mit ihnen leben und für unsere Nutztiere Verantwortung übernehmen, indem wir sie schützen.

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  • Zumoberhaus Erich

    Ich bin im Goms geboren und lebe seit 43 Jahre hier. Ich bin kein Schafhalter, kenne jedoch einige in meinem Dorf welche Ihre Tier hegen und plegen. Unsere Alpen gehen bis auf 3000 Meter. Es werden Kilometer lange Zäune angebracht, damit die Tiere geschützt sind. Ich spreche hier nicht von einem Alibi Zaun. Diese Alpen werden von mehreren Hirten geschützt. Dazu kommen rund ein Dutzend Herdenschutzhunde. Trotzdem wurden auf diesen Alpen Schafe gerissen. Ich habe in Münster einige dieser qualvoll verendeten Tiere gesehen. Gemäss der Berner Konvention darf kein Raubtier und dazu gehört der Wolf, Nutztieren schaden zuführen. Viele verbündeten stellen die Walliser als schiesswütige zur Schau. Was würden Sie wohl sagen, wenn wir Süsswasser Krokodile in den Schweizer Seen aussetzen würden wie der Wolf. Der Wolf wurde von Ihrer Organisation bewusst ausgesetzt und dagegen wehren wir uns. Was würden Sie sagen, wenn wir in Ihren Garten Klapperschlagen aussetzen, oder vor Ihrer Haustüre ein Leopard stehen würde?

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