AntiNuclearProtest

Wohin mit radioaktivem Abfall?

  • Monika Jung
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AntiNuclearProtestMehrere hunderttausend Jahre müssen vergehen, bis hochradioaktiver Abfall nur noch schwach strahlt und für die Umwelt harmlos ist. Seit Jahren wird in der Schweiz nach einem Endlager für radioaktiven Abfall gesucht, viele Fragen sind noch offen.

Weil Schichten von Opalinuston für Endlager geeignet sein könnten, wird im Felslabor bei St-Ursanne JU eine solche Formation erforscht und das Gestein auf seine Fähigkeit geprüft, radioaktiven Abfall für Jahrtausende sicher abzuschliessen. Der Beobachter Natur berichtet in seiner aktuellen Ausgabe über die Forschung im Stollensystem des Mont Terri. Das Felslabor ist Untersuchungsstätte und Modell für die Regionen, in denen die Eignung als Tiefenlager-Stätten derzeit überprüft wird. Die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) hatte dem Bundesrat sechs mögliche Standorte für ein Endlager vorgeschlagen, drei davon für hochradioaktiven Abfall. Nach dem „Sachplan geologische Tiefenlager“ soll bis 2020 eruiert sein, welcher Standort sich am besten für die Entsorgung des radioaktiven Materials eignet.

Gemäss Geologen eignet sich Opalinuston aufgrund seiner Dichte und Stabilität für die Endlagerung. Solche Tonschichten finden sich im Untergrund des Bözbergs AG, der Region Nördlich Lägern ZH/AG und des Zürcher Weinlands. Trotz umfangreicher Untersuchungen gibt es noch einige offene Fragen zu den Eigenschaften des Opalinuston. Wie der Beobachter Natur berichtet, sieht der Direktor des Mont-Terri-Felslabors in der Verwitterung der Behälter, der Wanderung radioaktiver Teilchen durch die Tonschichten, Störzonen in der Gesteinsformation und in der Erwärmung durch die Brennstäbe Problembereiche. Eine genaue Prognose auf so viele Jahre hinaus ist eine gewaltige Herausforderung für die Geologen. Paul Bosshart macht sich aber weniger wegen der Geologie als wegen der Menschen Sorgen: „Was passiert, wenn in Tausenden von Jahren Menschen auf ein Lager stossen und radioaktive Stoffe ausgraben?“

Vollständiger Artikel im Beobachter Natur

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